Das ging schnell. Gerade mal eine gute Stunde benötigten Kevin Krawietz (Doppel-Weltranglisten-Position 18) und Wesley Koolhof (11) am Mittwochvormittag bei den BMW Open für ihren ersten gemeinsamen Sieg. Im Achtelfinale der Doppelkonkurrenz dieses ATP-Turniers der Kategorie Tour 250 besiegte die deutsch-holländische Kombination Marcelo Melo (Brasilien) und Mischa Zverev (Deutschland) in zwei Sätzen mit 6:3 und 6:3.

Im Viertelfinale warten zwei Australier

Zwei Breaks im ersten und eines im zweiten reichten, um souverän in das Viertelfinale von München einzuziehen. Dort treffen die beiden Doppel-Spezialisten heute (Donnerstag) auf die beiden Australier John-Patrick Smith/Matthew Ebden. Dann spielen Krawietz/Koolhof eventuell erstmals auch auf dem Center-Court. Das wäre für Krawietz-Fans gut, denn BR24 und ran.de zeigen alle Spiele, die auf dem Hauptplatz in München stattfinden, live. Beim deutschen Traditionsturnier, das auf dem Gelände des MTTC Iphitos ausgetragen wird, sind der Lokalmatador - Krawietz lebt in der Landeshauptstadt - und der letzte Woche 32 Jahre alt gewordene Holländer an Position 1 gesetzt. Krawietz präsentierte sich in seiner Wahlheimat vom ersten Ballwechsel an hochmotiviert und ließ keinen Zweifel aufkommen, dass er mit seinem neuen Partner dieser Favoritenrolle gerecht werden will. Bei ihren Aufschlagspielen hatten weder der 29-jährige Witzmannsberger noch der flinke Holländer Probleme. Nach ausgeglichenem Beginn klappten beim Stand von 3:3 auch die Returns, so dass zwei Breaks in Folge die Vorentscheidung brachten.

Schrecksekunden: Der Rücken zwickte

Auch im zweiten Satz dominierten die Favoriten, servierten druckvoll, vollierten nahezu perfekt und hatten mehrere erfolgsbringende Varianten bei den Aufschlagspielen von Zverev und Melo. Ein Break zum 3:1 genügte, um den zweiten Durchgang und damit das Match sicher "nach Hause" zu bringen. Auch eine zwischenzeitliche Verletzungspause stoppte den Deutschen nicht. Krawietz musste zwar vom herbeigerufenen Turnierarzt kurz behandelt werden, konnte danach aber weiterspielen.

Mit wem geht es künftig weiter?

Kevin Krawietz bekommt aufgrund der anhaltenden Erfolge - egal ob er mit seinem nach wie vor am Knie verletzten Hauptpartner Andreas Mies, dem Rumänen Horia Tecau oder jetzt mit dem Holländer Koolhof spielt - zunehmend ein Luxusproblem: Mit wem will der zweifache French-Open-Gewinner seine Doppel-Zukunft bestreiten? Diese Frage wird vorerst spannend bleiben und hängt sicher auch vom weiteren Genesungsprozess des ehrgeizigen Kölners ab. Eine Entscheidung will Krawietz noch nicht treffen. Der Tennis-Profi geht aber davon aus, dass er bei den Olympischen Spielen in Tokio nicht mit seinem Doppelpartner Andreas Mies um eine Medaille kämpfen kann. Zusammen hatten sie 2019 und 2020 jeweils die French Open in Paris gewonnen. Der 30 Jahre alte Mies dürfte nämlich nach seiner Operation am Knie nicht rechtzeitig bis zu den Sommerspielen (23. Juli bis 8. August) wieder fit werden.

"Der letzte Stand ist, dass er eher nicht spielen kann und Olympia zu früh ist", sagte der 29-jährige Krawietz am Mittwoch in München der Deutschen Presseagentur. Krawietz würde sich aber zutrauen, auch mit einem anderen deutschen Partner in Japan erfolgreich im Doppel anzutreten. "Wir haben in jeder Kombination Chancen auf eine Medaille", glaubt der Oberfranke. In München spielt Krawietz nicht mit Davis-Cup-Spieler Jan-Lennard Struff im Doppel, weil sich dieser bei dem ATP-Turnier auf die Einzel-Konkurrenz konzentriert.

Mit Tecau in Paris

Klar definiert sind die nächsten Ziele von "KK": Zuerst der Turniersieg in München und dann die Titelverteidigung bei seinem Lieblingsturnier in Paris. Beim zweiten Grand-Slam-Turnier des Jahres in der französischen Hauptstadt tritt er dann auf jeden Fall mit Horia Tecau an. Mit dem Rumänen stand er am Sonntag im Finale der Barcelona Open. Das Traditionsturnier in Paris sollte bereits am 23. Mai beginnen, doch der Sandplatz-Klassiker von Roland Garros wird nun aufgrund der Corona-Lage vom 30. Mai bis 13. Juni ausgetragen.