Der HSC Coburg präsentierte sich nach überstandener Quarantäne-Zeit am Mittwochabend wie ein Absteiger - und das, obwohl sich das Team von Trainer Alois Mraz für dieses wichtige Spiel so viel vorgenommen hatte. Im Heimspiel gegen den TSV Hannover-Burgdorf unterlag der Tabellenletzte der 1. Handball-Bundesliga klar mit 26:33 (12:17). Die ohnehin nur noch vagen Hoffnungen auf den Klassenerhalt erlitten damit den nächsten Dämpfer. Nur noch die kühnsten Optimisten in der Vestestadt glauben jetzt noch an einen Verbleib in der stärksten Liga der Welt.

Die Leistung der "Gelb-Schwarzen" gibt auch keinerlei Anlass zur Freude. Der Wille war zwar spürbar, doch der Mannschaft fehlen einfach die Mittel.

HSC 2000 Coburg gegen

TSV Hannover-Burgdorf 26:33 (12:17)

3:17 Minuten hätten die Fans des HSC Coburg am Mittwochabend stehen bleiben müssen. Doch auch diesmal waren keine Anhänger in der Halle - Florian Billeks Tor zum 1:2 wurde trotzdem lautstark bejubelt. Richtig laut wäre es erstmals im Oval geworden, als Tobias Varvne bei drohendem Zeitspiel den Ball zum 6:7-Anschlusstreffer in die Maschen jagte (12.). Das hätte den Fans richtig Spaß gemacht.

Weniger Spaß hatten die Gastgeber, die sich von Beginn an schwer taten. Auch weil Jan Kuhlanek im Tor des HSC keinen Finger an den Rundling brachte. Nahezu jeder Wurf der Hannoveraner "Recken" schlug hinter dem Tschechen ein oder rollte noch unglücklich zwischen seinen Beinen über die Linie. Die logische Folge nach zwölf Minuten: "Wolle" machte Platz - Konstantin Poltrum kam in den Kasten.

Kein Zugriff in der Abwehr

Entscheidend besser wurde die Abwehrarbeit dadurch aber nicht. Im Gegenteil: Nach einer kurzen Schwächephase um die 20. Minute herum mit vier blitzschnellen Toren der Gäste geriet der Tabellenletzte deutlich in Rückstand (10:14). Dass die Spieler aus der Vestestadt derzeit nicht gerade vor Selbstvertrauen strotzen, zeigte eine missglückte Aktion von Linksaußen Milan Grozdanic. In bester Wurfposition brach der Serbe ab und entschied sich zum Entsetzen seiner Mitspieler für den Rückzug. Höchste Zeit für eine Auszeit!

Mraz und Gorr hatten Redebedarf. Der Cheftrainer energisch mit seinen Jungs - der Assistent nicht weniger intensiv mit den beiden Unparteiischen, die einen tollen Job in de HUK-Arena machten. Das Schiedsrichter-Duo trat souverän und sympathisch auf. Kommunizierte bei jeder passenden Gelegenheit klar und ruhig mit den Spielern und Betreuern und hatte auch deshalb mit der jederzeit fairen Partie keine Probleme. Unsachliche Zwischenrufe ("Die haben doch in der Bundesliga nichts verloren") prallten an den beiden in Schwarz und Orange gekleideten Sportsmännern ab. Beim Zwischenstand von 17:12 für den TSV Hannover-Burgdorf pfiffen sie zur 15-minütigen Verschnaufpause.

Fehlstart in Durchgang 2

Wer gedacht hatte, dass das Sextett Billek, Zetterman, Schröder, Varvne, Grozdanic und Zeman hochmotiviert aus der Kabine kommt und sich gemeinsam mit Torsteher Poltrum gegen die drohende Niederlage mit allen Mitteln stemmt, wurde enttäuscht. Die nächste Heimpleite nahm nach vier weiteren Gegentreffern in kürzester Zeit vorzeitig Formen an. Auch gegen die bislang in fremden Hallen noch sieglosen Niedersachsen genügte die HSC-Qualität nicht. Über 16:23, 19:27, 24:31 und 26:33 siegten die Gäste völlig verdient.

Vorne harmlos - hinten zu zögerlich

Entscheidend für diese erneute Schlappe: Vorne agierten die Spieler des Liga-Schlusslichtes ohne Esprit im Positionsangriff und den nötigen Mumm im Abschluss. Am eigenen Kreis war der Mittelblock oft viel zu zögerlich, keiner packte entscheidend zu und auch die beiden Torsteher erreichten zu keine Zeitpunkt Erstliga-Niveau. Den gegnerischen Kreisläufern gelangen sogar mehrere Rückhandwürfe in scheinbar aussichtslosen Situationen. Im Abstiegskampf darf man deutlich mehr vom HSC erwarten - gerade in eigener Halle. Auch wenn keine Fans im Sporttempel sitzen!

"Kellerduell" am Samstag in Nordhorn

Bereits am Samstag haben die HSC-Spieler die Möglichkeit es wieder besser zu machen. Dann steigt das "Kellerduell" bei den ebenfalls abstiegsgefährdeten Gastgeber von Nordhorn-Lingen.