Was ist los mit der Ebersdorfer SPD? Zwei bemerkenswerte Vorfälle: Bei der letzten Gemeinderatssitzung dieses Jahres kam der ehemalige Bürgermeisterkandidat Dennis Busch verspätet zur Sitzung ins Rathaus, setzte sich auf seinen Stuhl, "spielte" nur an seinem Tablet herum und verließ wortlos mittendrin die Sitzung. Zu bemerken ist, dass sich Busch in der jüngsten Zeit jeglicher Kommentare zu Sitzungsthemen enthalten hatte, was man von ihm nicht gewohnt war; denn zu Beginn der Wahlperiode hatte er immer inhaltsvolle Beiträge geliefert.


Ein Paukenschlag

Ein Paukenschlag folgte zudem in der Sitzung: Bürgermeister Bernd Reisenweber (BG) teilte mit, dass SPD-Gemeinderat Achim Fischer, der zur Sitzung entschuldigt fehlte, schriftlich am 4. Dezember seinen Austritt aus der SPD-Fraktion bekannt gegeben habe.
Sein Amt als Gemeinderat möchte er aber weiterhin ausführen, allerdings künftig mit dem Status "fraktionslos".

Bestätigt wurde, dass keine Kontakte mit den beiden anderen Fraktionen CSU und Bürgergemeinschaft wegen einer Fraktionsaufnahme stattgefunden hätten. Achim Fischer ist nunmehr "Alleinkämpfer", der automatisch seine Sitze in den Ausschüssen Sport-, Jugend-, Kultur- und Sozialausschuss, Rechnungsprüfungsausschuss, Bau-, Grundstücks- und Umweltausschuss beziehungsweise die des Stellvertreters verloren hat. Die Ausschüsse wurden beschlussmäßig neu besetzt. Durch den Ausstieg von Achim Fischer reduziert sich die Fraktionsstärke der SPD uf fünf Sitze.


Wie die Stiftung gelingen kann

Stephan Franke von der Sparkasse Coburg-Lichtenfels informierte über die Möglichkeiten zur Gründung einer Bürgerstiftung für Ebersdorf, ohne dass der Gemeinderat sofort einen Einstieg beschloss. Das Mindestkapital muss 10 000 Euro betragen, wobei die Sparkasse die Hälfte davon tragen würde und der weitere Teil von der Gemeinde oder deren Bürgern übernommen werden kann. Deshalb die Bitte Frankes an die Gemeinderäte: "Weisen Sie Menschen und Firmen auf die Möglichkeit hin, zur Gründung beizutragen."

Neben den Erträgen aus dem Kapital werden Spenden bis zu 200 Euro ausgeschüttet. Zustiftungen sind jederzeit möglich. Der Stiftungszweck ist breit gefächert und reicht unter anderem vom Gesundheitswesen über Jugend- und Altenhilfe, Kunst, Kultur, Naturschutz, Feuerschutz, Sport bis hin zur Heimatpflege. Die Stiftung selbst wird von der Deutschen Stiftungstreuhand AG treuhänderisch verwaltet. Vorsitzender des Stiftungsrates, der über die Verwendung von Spenden oder über die Erträge entscheidet, ist der Bürgermeister. Hinzu kommen vier weitere Mitglieder.


Bürgermeister ist betrübt

In seinem Jahresrückblick stellte Bernd Reisenweber betrübt fest, dass 2015 vom drastischen Rückgang der Gewerbesteuer geprägt gewesen sei, was zu einem Investitionsstau geführt habe. "Wir mussten dieses Jahr gegenüber 2012 zum dritten Mal in Folge mit insgesamt fünf Millionen Euro weniger Einnahmen auskommen", berichtete der Bürgermeister und fügte hinzu: "Bei solch einem drastischen Gewerbesteuerausfall wird sich zeigen, was sich unsere Gemeinde zukünftig noch leisten kann." Ausgeholfen habe das Finanzministerium mit einem Stabilitätszuschuss.

Trotzdem habe die Gemeinde einiges Neues auf den Weg gebracht: das neue Café am Rathausplatz, die Sanierung der B 303 und den lange herbeigesehnten Baubeginn der Vorwegmaßnahme der Kreisstraße CO13. Einen Seitenhieb auf die zunehmende Bürokratisierung konnte sich Reisenweber bei seinem Rückblick auch nicht verkneifen.

Es gab aber auch versöhnliche Stimmen und sogar Lob. Im Gemeinderat sei über Parteigrenzen hinweg konstruktiv zusammengearbeitet worden, sagte der Bürgermeister. Die Dritte Bürgermeisterin, Monika Heß (CSU), lobte ebenfalls den rücksichtsvollen und kollegialen Umgang im Gemeinderat. "Das ist ein Verdienst der Arbeit des Bürgermeisters", meinte sie.