Coburg
Statistik

Beliebteste Vornamen: Sophia und Ben sind in Coburg Spitze

In Coburg führen sie die Rangliste der beliebtesten Vornamen 2017 an. Exotische Wünsche an das Coburger Standesamt gab es kaum.
Die zehn beliebtesten Mädchen- und Jungennamen 2017 in CoburgQuelle: Standesamt Coburg, Foto: khomich/fotolia.com, Illustration: Carolin Höfler
Die zehn beliebtesten Mädchen- und Jungennamen 2017 in CoburgQuelle: Standesamt Coburg, Foto: khomich/fotolia.com, Illustration: Carolin Höfler

Soll es etwas Modernes sein oder lieber etwas Altes, der Name von Uroma oder Uropa vielleicht? Oder warum nicht mal etwas ganz Ausgefallenes? Eine Filmfigur etwa oder eine verrückte Eigenkreation? Bei der Suche nach dem passenden Namen für ihren Sprössling haben Eltern eine riesen Auswahl, wobei die Wahl auch Qual sein kann - schlimmstenfalls für das Kind selbst. Und natürlich lassen die deutschen Standesämter längst nicht alles zu, was Eltern ihren Kleinen gern ins Stammbuch schreiben würden.
Die Coburger mögen's aber, den Statistiken des Standesamtes zufolge, bodenständig und nicht allzu ausgefallen. 2017 war Ben bei den Jungennamen - wie seit Jahren auch deutschlandweit - der absolute Spitzenreiter. 20 Mal wurde dieser Name als erster Vorname eingetragen. Die weiteren Top-Namen: Finn (18), Elias (14), Noah (13), Paul (12), Louis (10), Emil (8); jeweils sieben Mal wurden die Namen Anton, Erik, Felix, Jonas, Leon, Maximilian und Theo vergeben.


Filmfiguren als Namensgeber

Bei den Mädchen belegt Sophia (16) knapp den 1. Platz vor Mila (14) und Emma (13). Auf den Plätzen vier bis zehn: Hanna (11), Mia (10), Emilia, Ida, Lea, Lina (je 9). Platz 10 teilen sich mit jeweils acht Nennungen die Namen Anni, Ella, Leni, Marie und Nele.
"Exotisches hatten wir in letzter Zeit nicht", sagt die Coburger Standesbeamtin Sabine Ritsch. Aber es könne durchaus sein, dass ein Neugeborenes einen ausgefallenen Namen erhalten soll, etwa den einer Filmfigur. "Vor allem jüngere Eltern kommen mit einem Namen, den sie in einem Film gehört haben", sagt Sabine Ritsch. Wenig verwunderlich also, dass ein Elternpaar seinen Nachwuchs gerne nach der Star-Wars-Figur Anakin Skywalker benannt hätte. Statt Anakin sei am Ende die alternative Schreibweise Enikin genehmigt worden, so Ritsch.
Der Kreativität der Eltern sind also kaum Grenzen gesetzt, der Zustimmung der Standesämter dagegen schon. "Dracula" konnte sich 2017 zum Beispiel nicht auf deutschen Geburtsurkunden verewigen. Auch "Borussia" - vermutlich ist ein Elternteil Gladbach- oder Dortmund-Fan - wurde abgelehnt. Weitere Beispiele, die 2017 von deutschen Standesämtern nicht abgesegnet wurden: Vespa, Zecke, Pims, Holunda, Ulme, Westend und Schröder.
Wenn ein Name nicht genehmigt werden kann, melden sich die Coburger Standesbeamten zunächst bei den Eltern, um gemeinsam nach einer Lösung zu suchen, etwa nach einer Alternative mit ähnlicher Schreibweise, erläutert Sabine Ritsch. Im Allgemeinen seien die Coburger Eltern in solchen Fällen gesprächsbereit. Oft setze in solchen Gesprächen bei den Eltern auch ein Denkprozess ein und sie entscheiden sich doch noch für einen bodenständigeren Namen. Sabine Ritsch: "Schließlich muss das Kind ja mit dem Namen klarkommen."


Melusine und Hilario

Insgesamt hat das Coburger Standesamt im vergangenen Jahr 1161 Kinder erfasst. 740 davon haben nur einen Vornamen. 360 Kinder haben zwei Vornamen, 56 haben drei, fünf sogar mehr als drei Vornamen. Spitzenreiter sind ein Mädchen und ein Junge mit jeweils sechs Vornamen.
Nach wie vor beliebt sind "alte" Namen wie Emma, Anni, Charlotte, Emil, Theo oder Karl, die noch vor 20 Jahren kaum in den Statistiken aufgetaucht sind. Bei den zweiten Vornamen führen Maria/Marie und Alexander die Rangliste an, die noch vor wenigen Jahren selbst die beliebtesten Vornamen waren. Ausgefallenes gibt es bei den Zweit- und Drittnamen aber auch: Cirilla, Holle, Cassidy und Melusine bei den Mädchen, Hilario und Holm bei den Jungen.