Vom Schaumberger Platz in Rauenstein führt der Weg am neuen Schloss vorbei über einen romantischen Fußweg zur Ruine der Burg und zur Kirche hinauf. Am neuen Schloss vorbei zu marschieren, wenn am Sonntag, 11. September, der "Tag des offenen Denkmals" in ganz Deutschland ausgerufen ist, das wäre ein Fehler. Warum, erklärt Frankenblicks Bürgermeister Jürgen Köpper bei der Vorstellung des Programms für diesen Tag den das Coburger Land und seine südthüringer Nachbarn seit Jahren gemeinsam gestalten.


Porzellan, ein wenig zu Friedrich Rückert und deutlich mehr über die Schildkröt-Spielsachen, die in Rauenstein gemacht werden, ist in Ausstellungen zu sehen. Allein das Gebäude, in dessen Wiederherstellung 3,7 Millionen Euro geflossen sind, lohnt aber schon den Besuch. Weil es so gut gelungen und gerade rechtzeitig zum Tag des offenen Denkmals fertig geworden ist, einigten sich die beiden Landkreise, die Eröffnungsveranstaltung heuer hier hin zu verlegen. Das, obwohl dem Turnus nach in diesem Jahr Coburg an der Reihe gewesen wäre. "Wir sind Landrat Michael Busch dankbar, dass er das möglich gemacht hat, hier gemeinsam die Eröffnung zu feiern", sagt Köpper.


Name Frankenblick

Gemeinsam ist ein wichtiges Wort. Es fällt immer wieder, nicht nur, weil das Motto für den jährlichen Tag des offenen Denkmals diesmal heißt: "Gemeinsam Denkmale erhalten". Es finden sich immer wieder Gelegenheiten, bei denen nicht nur Jürgen Köpper betont, dass die Region südlich des Rennsteigs viele Gemeinsamkeiten mit den fränkischen Nachbarn hat. Nicht umsonst wurde der Name Frankenblick gewählt, als sich die Orte Mengergereuth-Hämmern, Effelder und Rauenstein zu einer Gemeinde zusammenschlossen.

"Schon unsere Sprache ist fränkisch und klingt mehr wie der Dialekt im Coburger Land und dem Itzgrund" ergänzt Rainer Blechschmidt, der in Frankenblick als Amtsleiter für Wirtschaftsförderung und Tourismus zuständig ist. Auch wenn ausgerechnet Rauenstein etwas heraussticht aus dem "Geplauder" der umliegenden Dörfer. Das komme von den vielen Lauschaern, die zu Zeiten der Porzellanherstellung hierher geholt worden seien.


Wer über die Bahnhofstraße nach Rauenstein kommt, muss eine kleine Umleitung fahren. "Das macht gar nichts, da kommt man gleich an zwei offenen Denkmalen vorbei", sagt Sabine Schoder von der Denkmalschutzbehörde im Landkreis Sonneberg. Sie meint einen Buchladen, in dem seit der Gründung 1927 kaum etwas verändert wurde und den Kindergarten, der schon seit 1906 existiert. Wer über Effelder und Rabenäusig anfährt, kommt schon vor Rauenstein nach Meschenbach, wo die Kirche und der historische Friedhof als offene Denkmale auf Besucher warten.


Gedacht ist aber der umgekehrte Weg. Vielleicht nach dem Schloss und der Burgruine zur Kirche in Rauenstein und dann bei einer Wanderung nach Meschenbach, die von einem kompetenten Führer geleitet wird. Ein Schwerpunkt also in und um Rauenstein beim Tag des offenen Denkmals. Das heißt aber nicht, dass es im Coburger Land nichts zu sehen gäbe. Das historische Schafhaus in Meeder soll Besucher anlocken. Siegfried Roos vom Landratsamt Coburg hofft, dass möglichst viele den Weg zu dem Gebäude finden, in dem einst Kommunschäferei betrieben wurde. Es lief schon Gefahr, abgebaut zu werden, konnte aber gerettet und zu einem interessanten Anlaufpunkt gestaltet werden, an dem auch heute wieder Schafe anzutreffen sind.


Führungen in die Krypta

Die Ruine der Fürther Burg wird im Rahmen einer Führung zu erkunden sein und in Coburg öffnet die katholische Kirche Sankt Augustin ihre Pforten. Dort wird es mehrere Führungen in die Krypta geben.
Dass der Schwerpunkt heuer in Frankenblick liegt, bietet denkmalinteressierten Coburgern Gelegenheit, sich einmal bei den thüringer Nachbarn umzusehen, deren Region so viel zu bieten hat, dass Bürgermeister Köpper den Namen seiner Gemeinde Frankenblick so erklärt, dass es ein Ort sei, zu dem Franken gern blickt - vielleicht sogar ein bisschen neidisch. Ein Grund mehr, die Nachbarn in ihren Bestrebungen zu unterstützen, sich Bayern anzuschließen.



Diese Denkmäler öffnen am 11. September ihre Pforten

Schloss Im mit viel Aufwand restaurierten neuen Schloss Rauenstein findet in diesem Jahr die Eröffnung statt. Es öffnet von 13 bis 17 Uhr. Führungen jede Stunde, die letzte um 16 Uhr.

Ruine An der Ruine der Burg Rauenstein stehen von 13 bis 17 Uhr Mitglieder des Geschichtsvereins Rede und Antwort.

Kindergarten Einer der ältesten Kindergarten der Region, der "Blaue Vogel" in der Georgii Straße in Rauenstein ist von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Um 14 Uhr Programm für Kinder.

Geschäftshaus Das Haus Georgii Straße 8 in Rauenstein beherbergt eine 1927 eröffnete Buchhandlung, in der bis heute kaum etwas verändert wurde. Der Inhaber ist von 13 bis 17 Uhr für Besucher da.

Kirche In der Kirche von Rauenstein gibt es von 13 bis 17 Uhr Führungen. Um 14 Uhr startet hier die Wanderung "Kirche zu Kirche" mit Ziel Kirche in Meschenbach mit historischem Friedhof sowie Leichenhalle und zurück.
Gottesacker Friedhof und Kirche in Meschenbach kann von 13 bis 17 Uhr (auch ohne Wanderung) besichtigt werden. Ebenso die Kirche.

Stall Das Schafhaus nahe der Gemeinde Meeder ist von 11 bis 16 Uhr geöffnet.

Burg An der Ruine der Burg von Fürth am Berg gibt es um 15 Uhr eine Führung.

Gotteshaus Die Kirche Sankt Augustin in Coburg ist von 8 bis 20 Uhr geöffnet. Von 10 bis 18 Uhr gibt es Führungen.