Der Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus hängt von Informationen ab. Behörden müssen wissen, wer infiziert ist und die Betroffenen durch häusliche Quarantäne isolieren. Wer Kontakt zu einem Erkrankten oder zu positiv getesteten Personen hatte, gilt als Verdachtsfall und muss erfasst, in Quarantäne geschickt und getestet werden. Nach rasant steigenden Zahlen bei Infizierten und ihren Kontakten, sind die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung heillos überfordert. Hilfe kommt von vielen Seiten.

Hat sich das Gesundheitsamt in Coburg Unterstützung durch das Technische Hilfswerk (THW) geholt, so trafen am Freitag in Sonneberg Soldaten der Bundeswehr ein, um beim so genannten Contact Tracing zu helfen. Lichtenfels hat ebenfalls bereits Hilfe beim Militär gesucht und bekommen. Das Ziel ist in jedem Fall, die Bearbeitung zu beschleunigen, damit möglicherweise Infizierte unter den Verdachtsfällen schneller entdeckt und Infektionsketten wirksamer als bisher unterbrochen werden können.

Aus der Kaserne ins Hotel

Die Soldaten, die in Sonneberg angekommen sind und in einem Hotel untergebracht werden, kommen vom Aufklärungsbataillon 13, das in der Friedenstein-Kaserne in Gotha stationiert ist. Fünf Mannschafts- und Unteroffiziersdienstgrade, werden jetzt bis zum 4. Dezember die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes unterstützen, die sieben Tage die Woche im Einsatz sind. Am Freitag, nach Dienstantritt bei ihrem Einsatz in Sonneberg, erfolgte zunächst eine Schulung der Soldaten.

Organisiert wurde der Einsatz in Zusammenarbeit mit dem lokalen Unterstützungskommando für die zivil-militärische Zusammenarbeit. Solche Kommandos sind mit Reservisten der Bundeswehr besetzt, die im Bedarfsfall aktiviert werden können und dann etwa den Krisenstab des jeweiligen Landratsamtes in Katastrophenfällen bei der Kontaktaufnahme und Zusammenarbeit mit der Bundeswehr als Verbindungsleute unterstützen.