Wer kennt ihn nicht den Evergreen "Rote Lippen soll man küssen." Wenn allerdings ein Männerchor diesen Ohrwurm vierstimmig singt, klingt das sicher ungewöhnlich, vielleicht sogar noch reizvoller als bei einem Solo-Interpreten. Die Sänger des Liederkranzes Beuerfeld beherrschen dies; sie stimmen nämlich neben den traditionellen Liedern auch ganz andere Töne an, singen alte Schlager oder englische Songs.

Genau damit möchte der Vorsitzende Hans-Jürgen Ihn für neuen Schwung sorgen. Ihn hofft, damit möglichst viele neue Sänger aus Coburg Stadt und Land zu gewinnen. Er ist überzeugt: "Die Singstunde ist jedes Mal wie ein kleiner Wellness-Urlaub und ein kostenloser noch dazu."

Hans-Jürgen Ihn ist gebürtiger Berliner und lebt seit geraumer Zeit in dem Meederer Gemeindeteil Beuerfeld. Über zehn Jahre singt er bereits aktiv beim Liederkranz Beuerfeld mit und bekleidet seit einem guten Jahr das Amt des Vorsitzenden. Immer dienstags treffen sich die Sänger, die zwischen 40 und 80 Jahre alt sind, zur Singstunde im Vereinsheim in der Moggenbrunner Straße. Die Probe beginnt um 20 Uhr und dauert offiziell etwa zwei Stunden. Meist dauert es aber etwas länger: "Die Gemeinschaft und die Geselligkeit gehören genauso dazu", sagt Ihn. Das Repertoire der Beuerfelder Sänger ist ausgesprochen breit gefächert, der Bogen spannt sich von Kirchen-, über leichte Unterhaltungsmusik oder alten Volksliedern bis hin zu Schlagern. Das Bestreben des Vorsitzenden ist es, den Chor moderner zu gestalten, wie etwa mit Evergreens. Diese, betont der Vorsitzende hätten Generationen geprägt. "Das sind musikalische Errungenschaften, die die Menschen eng miteinander verbinden."

Mit offenen Armen


Im vergangenen Jahr hatte der Liederkranz Beuerfeld insgesamt 19 Auftritte, dazu zählen auch Geburtstagsständchen, Jubiläen oder Besuche im benachbarten Thüringen. "Da gibt es keine Grenzen zwischen Ost und West, sondern eine nette Atmosphäre, Freundschaft und wunderschöne Abende", schwärmt Ihn.
Jeder neue Sänger, auch über die Gemeindegrenzen hinaus, werde mit offenen Armen aufgenommen. Hemmungen brauche

keiner zu haben. "Bei uns muss keiner vorsingen, er kann einfach mitmachen oder zuhören." Singen könne jeder lernen, gleich welches Alters, egal ob im Stimmbruch oder im Ruhestand.

Das sagen die Aktiven


Vorsitzender Hans-Jürgen Ihn: "Warum ich singe? Ganz einfach, weil es ein kleiner Wellness-Urlaub mitten der Woche und im Alltagsgeschehen ist. Beim Singen kann ich total abschalten und alle Alltagssorgen vergessen. Wer schlecht gelaunt kommt, geht nach der Singstunde garantiert mit besserer Laune nach Hause."
Martin Dünisch: ": "Vor zwölf Jahren lag ein Zettel im Briefkasten, darauf hat der Liederkranz um Nachwuchs geworben. Ich war damals zwar der Einzige, der zur Schnupperstunde kam, aber bis heute bin ich treu geblieben, weil es Spaß macht in der Gemeinschaft zu singen. Mein persönliches Lieblingslied ist "Das Dörfchen" von Franz Schubert.
Ulf Prieß, Chorleiter: "Ich betreue mehrere Chöre und mit jedem macht es Spaß. Bei den Beuerfeldern schätze ich die Herzlichkeit. Auch anstrengende Proben werden (meist) ohne Murren mitgemacht. Bemerkenswert ist, dass sich ältere, gestandene Sänger auf Neues und Ausgefallenes einlassen, ein aufgeschlossener Verein."