Schwieriges Geschäft: Toiletten für Spielplätze

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Der Spielplatz bei Seidmannsdorf ist beliebt. Dort sowie an den Spielplätzen in Neuses und im Hofgarten sollen nach dem Willen von Pro Coburg Toiletten gebaut werden.
Der Spielplatz bei Seidmannsdorf ist beliebt. Dort sowie an den Spielplätzen in Neuses und im Hofgarten sollen nach dem Willen von Pro Coburg Toiletten gebaut werden.
Christoph Winter (Archiv)

Eine Stadtratsfraktion regte die Diskussion an: Wie schafft es Coburg, auf seinen beliebtesten Spielplätzen Toiletten zu installieren?

Im Sommer 2021 beantragte die Wählergemeinschaft Pro Coburg zu prüfen, ob die drei größten Coburger Spielplätze Hofgarten, Seidmannsdorf und Neuses mobile oder stationäre Toiletten bekommen könnten. Immer wieder müssten "die Büsche zur Verrichtung der dringenden ‚Geschäfte‘ herhalten", begründete die Fraktion Pro Coburg ihren Antrag. Langfristig sollten stationäre Lösungen angestrebt werden.

Nun beschäftigte sich der Senat für Stadt- und Verkehrsplanung sowie Bauwesen wieder mit dem Thema. Grünflächenamtsleiter Bernhard Ledermann hatte dafür etwas vorbereitet. Es ging um den Aspekt der Nachhaltigkeit, speziell um autarke ökologische Klos. Ledermann sollte sich erkundigen, wie das andere Städte machen. Er berichtete: Kostengünstiger sei es, wenn Spielplatzbesucher vorhandene Klos mitnutzen könnten. "Deshalb haben wir beim Bürger-/Turnverein Neuses angefragt", berichtete Ledermann den Senatsmitgliedern. Allerdings sei vom Turnverein Neuses als Eigentümer der Sporthalle ein Nein gekommen. Der Grund: Über den Toiletten wären dann die Umkleiden und andere Räume zugänglich und es seien in der Vergangenheit schon Diebstähle vorgekommen.

Mobil oder fest installiert, autark oder Mitnutzung?

Nürnberg und Bayreuth hätten Erfahrungen mit autarken Anlagen. "Dort sind kein Wasser-, Abwasser- oder Stromanschluss nötig." Bei diesen Modellen könne es aber zu Geruchsbelästigung kommen, "weshalb die Nähe zu Wohnhäusern nicht empfohlen wird", sagte Ledermann. 50000 Euro habe das Grünflächenamt jährlich für Wartung und Kauf von Spielgeräten zur Verfügung. Ledermann: "Damit können Toiletten nicht finanziert werden."

Beim Spielplatz Hofgarten schlägt das Grünflächenamt die Umgebung des Westpavillons als möglichen Standort für eine Toilette vor. CSU-Stadträtin Dr. Birgit Weber wies auf die Toiletten im nahen Naturkundemuseum hin. "Die sind von 9 bis 17 Uhr für jedermann offen, dafür zahlt die Stadt auch einen Abschlag."

In der Umgebung des großen Kletterspielgerätes könnte beim Spielplatz Seidmannsdorf eine stationäre Toilette errichtet werden. Was den Spielplatz Neuses betrifft, wäre für die Ver- und Entsorgung eines WC ein Standort am Parkplatz in der Verlängerung der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße am günstigsten. Kanal, Wasser- und Stromleitungen sind in der Nähe.

Die Wählergemeinschaft Pro Coburg wird nun die Erkenntnisse des Grünflächenamtes nochmals diskutieren. cw