Rückblende, Freitagnachmittag: Landrat Michael Busch (SPD) verfasst einen Brief an alle Mitglieder des Kreistags und ruft zur Kooperation auf. Aber nahezu zeitgleich bringt er auch die "Schlüssel-Affäre" (siehe Chronologie unten) ins Rollen. Nicht wenige Kommunalpolitiker haben deshalb so ihre Zweifel, ob es Busch mit dem Wunsch nach Versöhnung tatsächlich ernst meint.

Duplizität der Ereignisse dann am Mittwoch: Eine weitere Erklärung von Busch wird im Landkreis munter diskutiert - erneut hat der Landrat versöhnliche Töne angeschlagen und sogar eigene Fehler eingeräumt. Aber zeitgleich wird eben auch bekannt, dass er extrem darüber aufgebracht ist, dass plötzlich über sein neues, angeblich luxuriöses Dienstauto in der Öffentlichkeit geredet wird. Es folgen Dementis, auch Entschuldigungen und schließlich noch ein Nachklapp zur "Schlüssel-Affäre".

Schlüssel wird umprogrammiert

Nachdem Busch am vergangenen Freitag seinen Stellvertreter Rainer Mattern (CSU) aufgefordert hatte, den Generalschlüssel fürs Landratsamt zum Zwecke einer Umprogrammierung zurückzugeben, hat Mattern am Montag dieser Aufforderung Folge geleistet. Auch wenn Mattern betont, gar keinen Wert auf den Zugang zum Chefbüro im Landratsamt zu legen, hat er am Mittwoch eine E-Mail an Busch verfasst - in Kopie an alle Fraktionsvorsitzenden. Darin schreibt er, dass er die Schlüssel-Angelegenheit als "persönlichen Angriff" gegen sich empfinde. Außerdem werde er den umprogrammierten Schlüssel erst wieder in Empfang nehmen, wenn der Kreistag eine "rechtssichere Regelung", den Schlüssel betreffend beschlossen hat. Denn: "Es ist nicht in meinem Interesse, einen Schlüssel (...) beim nächsten Konflikt oder bei einer Abstimmung, die Ihnen nicht passt, wieder von Ihnen abgenommen zu bekommen."

Busch hat auf diese Mail geantwortet und zwar mit einem Hinweis auf sein wenige Stunden zuvor unterbreitetes "Angebot für einen Dialog". Damit meinte der Landrat seine Erklärung, in der er schreibt: "Es ist mir ein Anliegen, den Streit, der nach der Sitzung des Kreisausschusses offen ausgebrochen ist, so schnell wie möglich zu beenden. Er ist weder gut für die Betroffenen noch für den Landkreis!"

Selbstkritisch räumt der Landrat ein: "Wenn ich in meiner Enttäuschung über den Ablauf der Sitzung emotional überreagiert habe, dann bedaure ich das." Er habe vor, seine beiden Stellvertreter - außer Mattern ist das Christian Gunsenheimer (FW) - "noch diese Woche zu einem Gespräch einzuladen, um die ungünstige Situation für alle Beteiligten zu beenden." Ebenso biete er an, "so rasch wie möglich" zu dem im Brief an die Kreistagsmitglieder angebotenen Dialog zu kommen, um den Haushalt so bald als möglich beschließen zu können. Busch: "Unser starker Landkreis muss handlungsfähig bleiben!"