So langsam kommt die Gemeinde ihrem Ziel näher, die Gesamtgeschwindigkeit abseits der Hauptverkehrsstraßen reduziert zu bekommen. Bei der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend hat Bürgermeister Udo Döhler (UBV) den aktuellen Sachstand zur geplanten Ausweisung großräumiger Tempo-30-Zonen erörtert und dabei mitgeteilt, dass demnächst sämtliche in Frage kommenden Standorte für die Beschilderung zur Geschwindigkeitsbegrenzung von der Verwaltung in Augenschein genommen werden.

Einen Schilderwald wird es dabei aber nicht geben, versicherte der Bürgermeister nach der Sitzung auf Tageblatt-Anfrage. Grundsätzlich sollen nach einem schon vor längerer Zeit gefällten Beschluss des Gemeinderates nur die Zufahrten zu den Wohngebieten beschildert werden. Betroffen und als Tempo-30-Zonen ausgewiesen werden die (Wohn- )Gebiete zwischen den drei Hauptverkehrsachsen, die in Nord-Süd-Richtung durch die Gemeinde führen: Von-Werthern-Straße, Rosenauer Straße und Lauterer Straße. Diese drei Straßen werden - wie natürlich auch die Ortsdurchfahrt auf der Coburger Straße - von der Beschränkung ausgenommen. Dort "Tempo 30" vorzuschreiben, wäre verkehrsrechtlich ohnehin nicht möglich gewesen. Für ihr geplantes Vorgehen hat sich die Gemeinde dennoch mit der Coburger Polizei abgesprochen und die Zustimmung bekommen.

Lieber Einsicht als Kontrolle

Der Bürgermeister setzt bei der Einführung der flächendeckenden Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit hauptsächlich auf die Einsicht der Verkehrsteilnehmer und weniger auf Kontrolldruck durch die kommunale Verkehrsüberwachung, bei der die Gemeinde schon seit langem mit der Stadt Coburg kooperiert: "Wir gehen davon aus, dass sich die Menschen an das halten, was angeordnet ist." Mit einem beispielhaften Verweis auf die Verkehrssituation in den Wohnstraßen zwischen der Rosenauer und der Lauterer Straße (Jenaer Straße, Querstraße) sagte Udo Döhler, dass es in solchen Bereichen im alltäglichen Verkehr eh verantwortungslos wäre, schneller als mit 30 Kilometern pro Stunde unterwegs zu sein. Sollte sich die Erkenntnis einstellen, dass die Beschränkungen dauerhaft ignoriert werden, sei die Gemeinde aber auch willens, geeignete Schritte dagegen zu unternehmen, sagte der Bürgermeister. Einen konkreten Zeitplan für die Einführung von "Tempo 30" konnte der Bürgermeister auf Tageblatt-Nachfrage noch nicht nennen. Noch seien weder die Schilder bestellt noch die genauen Standorte festgelegt, sagte Udo Döhler.

Einen ausführlichen Bericht gab bei der Gemeinderatssitzung die Leiterin der Bücherei, Elke Bauer, Gemeinderätin des Unabhängigen Bürgervereins. Trotz Corona zeichnete sie ein positives Bild. Immerhin konnten im vergangenen Jahr 457 Benutzer gezählt werden, die 12891-mal etwas entliehen. Weit über die Hälfte der Nutzer sind Kinder. Sie liehen 6222 Medien aus.

Ideen- und kunstreich

"Die Grundlage ihrer Büchereiarbeitsei, so Bauer, ein Wohlfühlerlebnis zu schaffen, sich am Publikum zu orientieren und ein attraktives Angebot vorzuhalten. Wechselnde Dekorationen und Präsentationen zu bestimmten Themen hätten das Angebot bereichert. So sei derzeit eine Artothek im Aufbau unter der Prämisse "Eine Idee bekommt Flügel - Kunst für alle". Auf einem Bilderbefestigungssystem, auf mobilen Stellwänden und Staffeleien und einem Präsentationsregal sollen künftig Kunstwerke, insbesondere Gemälde, betrachtet werden können. Die Landesfachstelle habe 50 Prozent Förderung in Aussicht gestellt. Ansonsten verwies die Büchereileiterin unter anderem auf wechselnde Ausstellungen, auf eine Lesung im Garten, auf die Sommer-Ferien-Schmökertasche, die Aktion Büchereifuchs, den Facebook-Auftritt und die Action Bound zusammen mit der Jugendpflege. Nachdem Bauer auch noch daran erinnert hatte, dass die Bücherei in Dörfles-Esbach mit 1000 Euro ausgezeichnet wurde und damit zu den Gewinnern des Bayernwerk-Lesezeichens zählt, kam als Kommentar von Bürgermeisters Udo Döhler: "Hier wird viel auf den Weg gebracht."

Ferner teilte der Bürgermeister mit, dass die Rathaussanierung nach einer Schätzung rund 900000 Euro kosten werde. Im nächsten Jahr solle damit begonnen werden.

Das gemeindliche Einvernehmen wurde erteilt zum Bau von drei Mehrfamilienwohnhäusern mit 33 Wohnungen im Bereich der alten Ziegelei. Der Bauherr stammt aus Suhl.dav/bk