Empfindsame Auslotung des Seelenlebens ist eines der Anliegen der Romantik. Solche musikalische Auslotung, aber vorzugsweise in der energischen, kraftvollen Art, bot ein Benefizkonzert der örtlichen Arbeitsgruppe von terre des hommes am Mittwoch bei Leise am Markt. Zugunsten der Flüchtlingsprojekte des Kinderhilfswerkes hatten Megumi Ikeda und Philipp Grzondziel, Mitglieder des Philharmonischen Orchesters des Landestheaters, zusammen mit der in Coburg lebenden japanischen Konzertpianistin Kyoko Frank ein üppiges Programm konzipiert, das sie ohne jede Gage und zur großen Begeisterung des zahlreichen Publikums präsentierten.

Es führte von dem früh verstorbenen, begabten Norbert Burgmüller (1810 - 1836) und dessen leidenschaftlichem Konzert für Es-Dur op. 15 für Klarinette und Klavier mit einem turbulenten Ausschlag in die gemäßigte Moderne zu Darius Milhauds (1892 - 1974) Suite pur violon, clarinette et piano zu den beiden Brahms-Sonaten Es-Dur Op. 120 Nr. 2 für Klarinette und Klavier und Nr. 2 A-Dur für Violine und Klavier und wieder zurück zu Carl Maria von Webers (1786 - 1826) Grand duo concertant op. 48.

Der wendige Klarinettist Philipp Grzondziel hat sich in Coburg auch außerhalb des Philharmonischen Orchesters zu einem gefragten Solisten entwickelt. Am Mittwoch durfte das Publikum einmal mehr seine beeindruckende Geläufigkeit, seine warme Tongebung - und vor allem auch seine atemtechnische Ausdauer bewundern.
Megumi Ikeda, koordinierte Konzertmeisterin des Landestheaters, ließ in der von ihr gewohnten überlegenen, das heißt auch stets ein bisschen distanzierten Art die schmerzliche Leidenschaft des Liebeskummers spüren, in dem Brahms seine Sonate Nr. 2 A-Dur op. 100 komponiert hat.

Zentralen Anteil an der Wirkung dieses Konzertes hatte die junge Kyoko Frank am Flügel, die in jedem der fünf Stücke, vor allem in den großen Brahms-Sonaten, weit reichende und ausdauernde pianistische Gestaltungskraft bewies. In den wirbelnden Läufen von Webers Grand duo concertant steigerte sie sich im Zusammenspiel mit dem nicht minder virtuosen Grzondziel in einen mitreißenden musikalischen Rausch.