Der Bausenat hat Gewicht. Zumindest, wenn er sich auf einer Brücke versammelt und alle versuchen, ob sie vielleicht schwingt. Die Brücke, die vom Festgelände in Richtung Rosenau die Itz überspannt, tut es. Sie schwingt sogar erheblich. Das heißt nicht, dass sie womöglich einsturzgefährdet ist. Trotzdem soll sie zumindest in die Planung für eine Erneuerung aufgenommen werden, war sich der Senat bei seiner Sitzung am Dienstag einig.

"Die Unterkonstruktion besteht aus Trapezblech. Darauf liegt eine Asphaltschicht", erklärt Bauhofleiter Gerhard Eller, warum die Brücke schwingt und das auch darf. Die Konstruktion kommt aber langsam in die Jahre und der Asphalt ist nicht mehr gut. Daher die Überlegung, in nicht allzu ferner Zukunft eine Brücke aus Aluminium und Holz an die Stelle zu setzen. Dabei, so Eller, sollte auch dafür gesorgt werden, dass sie nicht mehr mit größeren Fahrzeugen überquert werden kann - etwa durch einen Pfosten, an dem nur Fußgänger und Radfahrer vorbei kommen.

Heinz Pommer (FW) erinnerte an die Brücke über die Itz bei Waltersdorf, bei der zunächst zwei Pfosten eingesetzt wurden. Ein Zwillingskinderwagen habe dort nicht mehr durch gepasst. Daran solle bei der neuen Brücke zur Rosenau gedacht werden.

Wenige Meter weiter in Richtung des Parks führt eine weitere Brücke über die Itz. Sie ist aus Holz, aber auch nicht mehr die Jüngste. Sie könnte wohl noch etliche Jahre halten, wie die Mehrheit der Senatsmitglieder überzeugt war. Doch sie hat sich schon ein wenig gesenkt, wurde bereits mehrmals ausgebessert und sieht schon ein wenig angegriffen aus. "Es wird hier wohl sinnvoll sein, die gesamte Holzbrücke abzunehmen und neu aufzubauen", meint Bürgermeister Marco Steiner (FW).

Für beide Brücken sollen nun Kostenermittlungen durchgeführt werden. Auf ihrer Basis wird zu entscheiden sein, wann sie ersetzt werden - und ob beide in einem Jahr erneuert werden können.

Einmal vor Ort, nahmen die Mitglieder des Senats auch gleich das Gelände in Augenschein, wo Rödentals Wohnmobil-Park entstehen soll. Bis zu 42 Stellplätze wären möglich im Bereich des Tennisgeländes und der dazu gehörigen Gastwirtschaft. In Richtung Itz zum Teil hinter der Tennisanlage wären die Plätze ruhig und im Grünen gelegen.

In zwölf Jahren auf der Null

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Eine Wirtschaftlichkeitsberechnung geht davon aus, dass sich die Investition für die Stadt nach zwölf Jahren rechnet - auch wenn die Belegung unter dem Landesdurchschnitt von 40 Prozent im Jahresmittel liegen sollte, wie Marco Steiner erklärte.

Bei einer Gegenstimme beschloss das Gremium, die Bauleitplanung für das Gelände auf den Weg zu bringen. Das ist notwendig, um an eine mögliche LEADER-Förderung zu kommen, die mit 80 000 Euro etwa 40 Prozent der Gesamtnettokosten decken würde. In die Planung mit der Widmung als Sport-, Freizeit- und Erholungsgebiet, soll der gesamte Umgriff um die Tennisanlage einbezogen werden.

Um wenig personellen Aufwand und damit Kosten zu haben, ist gedacht, den Platz offen anfahrbar zu lassen. Die Wohnmobilisten müssen nur an einem Kassenautomaten ein Ticket ziehen. Nach dem Stand der Berechnung würde es wohl zehn Euro Kosten. Dafür darf das Wohnmobil 24 Stunden stehen bleiben. Es wird für eine Möglichkeit gesorgt, Abwasser zu entsorgen und es gibt Strom und Frischwasser gegen eine weitere Gebühr. Mit dem Betreiber der Gaststätte könnte eine Vereinbarung zur Nutzung der Toiletten und der Duschen getroffen werden.

Die Wirtschaftlichkeitsanalyse wurde auch für einen Platz mit nur 32 Stellplätzen durchgeführt. Beide Berechnungsmodelle erschienen Ingrid Ott (CSU) als ein wenig zu positiv dargestellt. Mit Blick auf die geforderte Entwicklung des Tourismus in der Region und die Kaufkraft, die mit den Besuchern in die Stadt und das Coburger Land kommt, stimmte sie dennoch dafür.

Start frei für Calisthenics

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Der Initiative von Oliver Otto ist es zu verdanken, dass Rödental zum Kristallisationskern für eine in der Region noch weitgehend unbekannte Sportart wird. Für das Freizeitgelände auf der Eller werden Geräte für das Calisthenics-Training angeschafft. Bisher gibt es nur eine kleine Szene für dieses Training, das vor allem aus Eigengewichtsübungen besteht. Otto hatte bereits vor Monaten bei einem Ortstermin die Sportart vorgestellt und erklärt, was an Geräten nötig wäre, damit die Anlage für die Szene interessant wird. Nach seinen Tipps wurden Angebote von mehreren Anbietern eingeholt. Mit Kosten zwischen 20 000 und 27 000 Euro liegt der Preis für die Anschaffung etwa im Bereich eines größeren Kinderspielplatzes.

Die Geräte können von fast allen Altersklassen ohne große Anleitung genutzt werden. Effektives Training erfordert aber schon eine gewisse Unterweisung. Die, so Otto, könnten die bereits vorhandenen Calisthenics-Fans den Anfängern sicher geben.