"Lesen macht stark" - noch nie hat das Motto der tollen "Lesipold"-Aktion vom Lions Club Coburg Veste so gut gepasst wie an diesem Freitag! Denn es waren gleich mehrere Kraftanstrengungen notwendig, um auch diesen Vormittag wieder zu einem wunderbaren Erfolg werden zu lassen.

Zur Erinnerung: Normalerweise findet die 2011 ins Leben gerufene Vorlese-Aktion immer am nationalen Vorlesetag im November statt. Doch ausgerechnet die 10. Auflage, die als Jubiläumsveranstaltung geplant war, musste vergangenes Jahr wegen Corona ausfallen. Das Organisationsteam um Sonja Erdel ließ sich aber nicht entmutigen und bereitete etwas noch Tolleres vor: Im Juli, bei schönem Wetter, sollten es sich die Kinder an 15 verschiedenen Orten im Hofgarten gemütlich machen, um den Vorlese-Geschichte zu lauschen. Erstmals konnte sogar ein Schirmherr gewonnen werden: Jörg Hilbert, Autor der "Ritter Rost"-Kinderbücher.

Aber dann: Regen! Es hätte zig (Regen-)Schirmherrn gebraucht, damit die 450 Kindergartenkinder aus Stadt und Landkreis nicht nass werden. Doch jetzt die bewundernswerte Botschaft: Der Regen konnte das Projekt nicht stoppen!

Auch Schüler unterstützen das Projekt

Die Kinder zogen sich Regenjacken und Gummistiefel an, und beim Lions Club Coburg Veste wurde kurzerhand umorganisiert. Statt im Hofgarten wurde in drei Gebäuden vorgelesen, die sich drumherum befinden: im Naturkunde-Museum, beim Kunstverein und auf der Veste. Im Team der Vorleser war mit Jeannette Feyler auch wieder die Tageblatt-Redaktion vertreten.

Die Geschichten, die vorgetragen wurden, stammten diesmal ausnahmslos aus der "Ritter Rost"-Reihe. Und oben auf der Veste las Jörg Hilbert, höchstpersönlich vor. Übrigens: Das Projekt wurde diesmal auch noch von Schülern der Fachakademie für Sozialpädagogik in Creidlitz sowie der Medau-Schule unterstützt, die eigens ein kleines Buch für die Kinder entworfen haben. Es hat den Titel "Das bewegte Buch" und soll zu mehr Bewegung animieren.

So gesehen verbindet die Aktion "Lesipold" ja ohnehin gleich mehrere gute Sachen miteinander: Die Kinder unternehmen quasi einen Wandertag, um sich dann etwas vorlesen zu lassen. Als sich am Freitag alle Kinder wieder auf den Heimweg machten, konnte allen voran Sonja Erdel erst einmal kräftig durchschnaufen. Sie war zwar etwas erschöpft, weil diesmal alles noch ein bisschen anstrengender war als sonst - aber sie war auch glücklich. "Nur eine einzige Gruppe hat wegen des Regens abgesagt - insgesamt waren es 450 Kinder!"

Vorlesen, erklärt Sonja Erdel, sei "wichtig für die Entwicklung der Sprachfähigkeit und der Fantasie der Kinder, denn Vorlesen ist Kino im Kopf". Oder, mit anderen Worten: Lesen macht stark - erst recht, wenn es an einem spannend gestalteten Tag geschieht, der mit Gummistiefel und Ritter zu einem Rundum-Abenteuer-Tag wird.