Der Beschuldigte bezeichnet seine Tat als den größten Fehler seines Lebens. Noch nie hatte sich Uwe S. vorher etwas zu Schulden kommen lassen. Am Mittwoch musste sich der Rentner aus dem Landkreis Coburg vor dem Coburger Amtsgericht wegen des unerlaubten Besitzes von 29 besitzkartenpflichtigen Waffen verantworten.
Die Kriminalpolizei kam dem Mitglied im Schützenverein auf die Schliche, nachdem ein anderer Beschuldigter zugegeben hatte, illegal Waffen an Uwe S. verkauft zu haben. Bei einer Hausdurchsuchung wurde zuerst aber nichts gefunden.


"Der größte Fehler meines Lebens"

Eine Woche später fragte die Polizei Uwe S. noch einmal, ob er die bei ihm vermuteten Schusswaffen herausgeben möchte. Da lenkte der Angeklagte ein und führte die Ermittler zu den illegal erworbenen Gegenständen.
Zehn halbautomatische Kurzwaffen befanden sich im Keller des Beschuldigten, 19 weitere Schusswaffen waren im Garten vergraben. Sie lagen in einer Holzkiste in einem Erdloch. Bei einigen hatte Uwe S. den Lauf selbst gekürzt.
Die Kriminalpolizei gibt zu: "Ohne seine Mithilfe hätten wir die Waffen wahrscheinlich nicht gefunden." Nicht nur, dass Uwe S. schließlich doch mit der Polizei kooperiert hat, spricht dafür, dass der Angeklagte seine Tat bereut. Er sagte während der Verhandlung: "Dieser Fehler hat mein ganzes bisheriges Leben zerstört."

Aus dem Schützenverein hat sich Uwe S. laut eigenen Angaben seit der Hausdurchsuchung zurückgezogen, meidet seitdem die Öffentlichkeit. "Ich bin fast nur noch mit meinen Enkeln im Wald", sagte er. Zudem leide er unter Panikattacken. "Wenn vor dem Haus eine Autotür zugeschlagen wird, denke ich sofort, die Polizei kommt wieder", gab er zu.


Staatsanwaltschaft: Gefährlich

Uwe S. versicherte, dass das Sammeln von Waffen eine Leidenschaft von ihm sei, die ihn seit seinem sechsten Lebensjahr begleite, als er sein erstes Luftgewehr geschenkt bekam. Auch, wenn die Staatsanwaltschaft dem Angeklagten glaubt, dass er mit den Schusswaffen keine Gewalttat verüben wollte, stufte sie vor allem die Lagerung im Garten als "gefährlich" ein. Auch die Anzahl der sichergestellten Waffen sei "nicht unerheblich".
Richterin Krapf blieb bei ihrem Urteil von einem Jahr unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die ein Jahr und drei Monate gefordert hatte. Weil Uwe S. vorher noch nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten ist, wurde die Strafe zur Bewährung ausgesetzt. "Ich gehe davon aus, dass Ihre Tat ein einmaliger Ausrutscher war und so etwas nie mehr vorkommt", sagte sie zum Verurteilten. Außerdem muss der Rentner eine Geldstrafe von 1500 Euro zahlen.