Gegen die Stimmen von Carsten Höllein, Wolfgang Brasch und Rolf Deschner (alle drei SPD-Fraktion) hat der Gemeinderat beschlossen, die Vorschulkinder des Kindergartens Gemünda zum kommenden Jahr 2014/2015 in einem Klassenzimmer unterzubringen. Hintergrund: Im dem Gebäude ist der Kindergarten im Parterre untergebracht, und die erste und zweite Klassen der Seßlacher Schule sind eine Etage höher ausgelagert. Dies hat für die Gemündaer Kinder den Vorteil, dass die Kinder nach der Einschulung nur ein Stockwerk höher marschieren.

Zum Herbst sind nun wesentlich mehr Kinder als sonst, nämlich 64 Mädchen und Jungen, für den Kindergarten angemeldet. Eigentlich ist dies eine erfreuliche Entwicklung, allerdings ist der Kindergarten nur für 50 Kinder konzipiert. Ein Anbau oder eine Erweiterung einer Gruppe an das bestehende Haus ist laut Bürgermeister Martin Mittag (CSU) nicht realisierbar.
Mittag möchte deshalb die Vorschulkinder des Kindergartens eine Etage höher in einem Schulraum unterbringen. Das Klassenzimmer werde im kommenden Schuljahr nicht benötigt. Die Kosten für die Möbel und so weiter bezifferte Mittag auf etwa 10 000 Euro.
Carsten Höllein berichtete von Bedenken der Eltern gegen diese Vorgehensweise, er meinte damit die Unterbringung in einem Schulraum. Höllein befürchtet, dass das Klassenzimmer auf Dauer verloren gehen könnte und letztendlich damit auch der Schulstandort Gemünda. "Wenn es einmal umgestaltet ist, wird es schwierig, es wieder als Klassenzimmer zurückzuführen", begründete Höllein. Als bessere Variante favorisierte Höllein eine vorübergehende Nutzung des Turnraums des Kindergartens. Dieser sei schon einmal zur Notgruppe umgebaut worden. Schließlich stimmte die Mehrheit nach dieser Diskussion für eine Unterbringung der Vorschulkinder zum kommenden Schuljahr im Klassenzimmer.

Thema Straße vertagt

Die SPD-Stadtratsfraktion hatte beantragt, den Ausbau der Straße im Industriegebiet Dietersdorf im Maßnahmenkatalog 2015 aufzunehmen. Die Breite und Art der Straße genügten nicht den Anforderungen. "Regelmäßig kommt es zu Problemen mit dem Begegnungsverkehr, wenn Lastwagen an- und wegfahren", schreibt Höllein. Außerdem sollte es Ziel der Stadt sein, das Gewerbegebiet attraktiver zu gestalten. Da der Bürgermeister "erst Zahlen benötigt", wurde der Antrag vertagt.

Bis zum Jahre 2050 soll der Energieverbrauch in der Stadt Seßlach und den Stadtteilen halbiert werden. Dazu ist eine integrierte Energieplanung erstellt worden. Diese zeigt den momentanen Stand auf und weist auf mögliche Energieeinsparungen in den Stadtteilen, der Altstadt oder dem Neubaugebiet hin. Die Stadtplaner Klaus. J. Schulz und Bernhard Michel vom beauftragten Büro Schulz stellten die Planung vor.

Resonanz war gut

Da die Maßnahme eine Bürgerteiligung vorsieht, wurden zunächst mehr als 1000 Einwohner angeschrieben. Die Resonanz war laut den Planern sensationell, denn mehr als die Hälfte der Bürger, nämlich 512 Personen, haben geantwortet. "Mit der Energieplanung haben wir den Nerv in der Stadt getroffen", meinte dazu Stadtplaner Schulz. Auf lange Sicht möchte die Kommune von den fossilen Energien auf erneuerbare Energien umsteigen.
In der Stadt Seßlach ist anhand des Rothenburger Torturms das Einsparpotenzial auf die Altstadt hochgerechnet worden. Immerhin könnten laut den Planern 60 Prozent eingespart werden. Im Neubaugebiet sind 26 Objekte in der Sudetenstraße und in der Rückertstraße energetisch unter die Lupe genommen worden. Momentan betragen die Energiekosten in Seßlach durchschnittlich 1500 Euro pro Kopf und Jahr.

"Die örtliche Energiewende ist ein Dauergeschäft für die nächsten Jahre", betonte Michel. Heute betrage der Heizölanteil 57 Prozent und zu 23 Prozent werde der Bedarf aus Biomasse gedeckt. Das ehrgeizige Ziel sei es, den Anteil von 34 000 Megawatt pro Stunde Heizöl auf 6000 Megawatt zu reduzieren. Es sei denkbar, dass im Stadtgebiet Seßlach die Fernwärme erweitert wird, während in Heilgersdorf ein Wärmeverbund mit Abwärmenutzung das Thema der Zukunft sei.

Die Gesamtkosten für die integrierte Energieleitplanung belaufen sich auf rund 70 000 Euro. Die Regierung von Oberfranken hat förderfähige Kosten in Höhe von 52 500 Euro vorläufig anerkannt. Auf diese zuschussfähigen Kosten erhält die Stadt eine Zuwendung von 31 500 Euro, geht aber davon aus, dass die vorläufig nicht anerkannten Kosten zu einem späteren Zeitpunkt anerkannt werden.