Einer breiten Öffentlichkeit ist Linda Teuteberg aktuell nur noch als die Kurzzeit-Generalsekretärin der FDP in Erinnerung, die bei ihrem Abschied auch noch einen verunglückten Altherren-Witz von FDP-Chef Lindner über sich ergehen lassen musste. Den immerhin fast 30 Besuchern einer Veranstaltung der Coburger FDP wird die 40-jährige Brandenburgerin aber vor allem als engagierte Rednerin in Erinnerung bleiben, die "klare Kante" zeigen kann.

Wohlgemerkt: Ihre Amtszeit als Generalsekretärin mag kurz gewesen sein (von April 2019 bis September 2020). Aber zur ersten Reihe der FDP gehört Linda Teuteberg noch immer. So ist sie seit 2011 Mitglied des Bundesvorstands und seit September 2019 Vorsitzende der FDP Brandenburg. Bei der Bundestagswahl im September 2021 tritt sie als FDP-Spitzenkandidatin in Brandenburg an.

Linda Teuteberg forderte bei ihrer Rede in Coburg eine "durchdachte Flüchtlings- und Einwanderungspolitik". Dazu zähle, dass es kein Abschiebungsstopp für kriminelle Migranten geben dürfe. Als "beängstigend" bezeichnet sie die "Vorurteile", die sie bei manchen Parteien gegenüber der Marktwirtschaft wahrnehme. Wenn aber öffentlich über Enteignungen diskutiert werde, seien "Verhältnisse wie in der Ex- DDR vorprogrammiert".

Kritik an Debattenkultur

Linda Teuteberg ging auch auf die Debattenkultur ein, die ihrer Meinung derzeit "im Argen" liege. Es könne nicht sein, so die FDP-Frau, dass Menschen in unserem Land Angst davor hätten, ihre Meinung zu sagen.

Jens-Uwe Peter, Direktkandidat der FDP im Wahlkreis Coburg/Kronach, griff das FDP-Wahlmotto "Aus Liebe zur Freiheit" auf. Vor Corona hätten sich die Bürger wohl kaum Gedanken über Freiheit gemacht, so Peter. Doch dann habe eine "verfassungstechnisch nicht eingeplante Hinterzimmerrunde mit Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin" den Lockdown beschlossen. Das hätte zu einschneidenden Folgen für die Freiheit der Menschen geführt.

Peter stellte in Frage, ob die Verantwortlichen überhaupt Konzepte hätte, wie es in der Zukunft weiterginge und ob die Bürger die gewohnten Freiheiten wiederbekämen. Er fordere deshalb die Wiederherstellung der Grundrechte und "die durch das Grundgesetz garantierten Freiheitsrechte des Einzelnen".

Jens-Uwe Peter widmete sich auch dem Thema "Klimawandel". Er setze dabei unter anderem auf Bus und Bahn. Sie seien nun einmal pro Kopf immer effizienter als ein einzelnes Auto. Aber gerade in einem ländlichen Bereich wie Coburg dürfe die Flexibilität nicht allzu stark leiden.

Bei den Renten forderte Peter die Politik zu einer umfassenden Reform auf. Dauernde Erhöhung des Renteneintrittsalters seien keine Lösung.

Eines seiner Hauptanliegen sei die Unterstützung der Landwirtschaft, betonte Peter. Hier bräuchte es einen Abbau von Bürokratie und "endlich klare Richtlinien". Es könne beispielsweise nicht sein, dass ein Schweinemastbetrieb gebaut würde, der aber nicht in Betrieb genommen werden könne, da sich die Richtlinien in der Zwischenzeit geändert haben.