Die Stadt Coburg ist offensichtlich für Investoren von Hotelneubauten ein interessanter Standort. Am Sonntagsanger wächst auf dem Gelände des früheren Autohauses ein Hotel empor, jetzt beantragte die Firma LDC Coburg GmbH & Co. KG mit Sitz in Oldenburg, auf dem Gelände des früheren Betonwerks Brockardt (Milchhofstraße 2) ein Bed-and-Breakfast-Hotel zu errichten. Geplant sind 105 Zimmer und 35 Autostellplätze.

Bäume statt Parkplätze

Der Senat für Stadt- und Verkehrsplanung sowie Bauwesen stimmte am Mittwoch zwar mehrheitlich dafür, das Projekt zu prüfen, äußerte aber zugleich einige Bedenken. Für das Gebiet lässt der gültige Vorhabens- und Erschließungsplan zurzeit nur eine Wohnbebauung zu, erläuterte Joachim Träger vom Stadtplanungsamt. Weiter schreibt der Plan einen erhaltenswerten Baumbestand anstelle des geplanten Parkplatzes fest, dafür müsste es zumindest einen Ausgleich geben. Weiter befürchten die Stadtplanung und auch die Stadträte Lärm und Abgase der Wagen, "denn ein Hotel bedeutet eine 24-Stunden-Nutzung". Städtebaulich sei ein Hotel dort denkbar, die bislang festgesetzte maximale Bauhöhe von 14 Metern werde der L-förmige Bau nicht überschreiten, so Joachim Träger.

"Ein Unwohlsein"

Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) sicherte in der Sitzung des Bauwesen-Senats eine umfängliche Bürgerbeteiligung zu. Die Diskussion im Gremium sei jetzt nur der erste Schritt. SPD-Stadträtin Petra Schneider sagte, sie verspüre bei diesem Projekt "ein Unwohlsein". Sie allein stimmte gegen eine Prüfung durch das Bauamt. Die Senatsmitglieder der anderen Parteien äußerten unisono, den Antrag prüfen zu lassen.

Belästigung durch Lärm

Erinnert wurde an ein sogenanntes Boarding-House, das auf dem Areal einmal vorgesehen war. "Im Prinzip ist das nichts anderes als ein Hotel", so die Meinung. 105 Zimmer und 35 Stellplätze sind nach Ansicht von Wolfram Haupt (Bündnis 90/Die Grünen) ein Missverhältnis. Wegen der möglichen Lärmbelästigung der Anwohner stimmte er Petra Schneider zu. Peter Kammerscheid (Pro Coburg), Frank Völker (CSB) und Hans-Heinrich Eidt (FDP) sprachen sich eindeutig dafür aus, das Vorhaben durch die Verwaltung untersuchen zu lassen. Allerdings sollte auf Stellplätze in einer Tiefgarage gedrungen werden.

FDP-Stadtrat Eidt fand ein weiteres Argument für dieses Projekt: "Möglicherweise würden dann weitere Hotelneubauten unnötig", meinte er, ohne ein Kongresshotel am Anger oder vielleicht im Rosengarten namentlich zu erwähnen.