Schon lange nicht mehr wurde das Ende eines Jahres so herbeigesehnt wie 2020 - wir alle wissen warum. Und es gibt große, berechtigte Hoffnungen, dass 2021 "besser" wird, in vielerlei Hinsicht. Aber wie wird es dann weitergehen? Holen wir in den nächsten Jahren einfach alles nach, was 2020 ausfallen musste? Steigern wir den ohnehin schon überdrehten Takt des Lebens und Erlebens mit seinen kurzatmigen Trends womöglich noch extremer, als das bisher der Fall war? Immer mehr, schneller, höher, weiter? Oder führt die Krise des Jahres 2020 dazu, dass Prioritäten anders gesetzt werden und sich der Lebensstil grundlegend verändert?

Das ist etwas, das ich vermisse, auch in den meisten kirchlichen Verlautbarungen der vergangenen Monate: Den Ruf zur Umkehr von falschen Wegen. Für biblisches Denken war das selbstverständlich. Da wurden Krisen (Naturkatastrophen, Seuchen, Kriege u.a.m.) von gläubigen Menschen oft auch als Prüfung verstanden, als Gottes Ruf zur Umkehr und zur Kurskorrektur.

Ich denke nicht, dass Corona eine "Strafe Gottes" ist. Aber vielleicht fragt uns Gott auch durch diese Krise: Was ist dir wirklich wichtig? Worauf gründest du dein Leben? Welchen Platz hat Gott in eurer Gesellschaft und in der Welt des 21. Jahrhunderts?

Die Antworten auf diese Fragen werden unsere Kultur in den kommenden Jahren prägen: Indem wir weitermachen wie bisher, womöglich sogar noch in gesteigerter Weise zugedröhnt von seichter Unterhaltung und berauscht von grenzenlosem Konsum. Mit allen negativen Folgen zum Beispiel für das Weltklima und für die überbordenden Staatsschulden - schwerwiegende Probleme, die wir an die nächsten Generationen vererben. Oder indem wir innehalten und uns besinnen auf das, was wirklich wichtig ist. Für Jesus Christus ist das die Liebe zu Gott, zu unseren Mitmenschen und zu uns selbst.

Barmherzigkeit statt Egoismus, Gemeinschaft statt Isolation, Gottvertrauen statt Materialismus. Es geht nicht nur ein Jahr zu Ende und ein neues beginnt. Seit Gott in Jesus Christus Mensch geworden ist, hat eine universale Wende stattgefunden. Mit den Worten Jesu: "Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!" (Die Bibel, Evangelium nach Markus Kapitel 1, Vers 15)