Neustadt bei Coburg
Corona

Neustadter sind treue Kunden

Gaststätten und Cafés sind wieder geschlossen. Imbissbuden dürfen trotz des erneuten Lockdowns weiterhin öffnen. Ein Bratwurstbrater und der Inhaber einer Dönerbude erzählen, wie sich die Einschränkungen auf den Betrieb auswirken.
Bratwurstbrater Günter Georg ist froh, dass die Handwerksbetriebe nicht vom Lockdown betroffen sind . Er zählt viele Handwerker zu seinen Stammkunden.  Fotos: Cindy Dötschel
Bratwurstbrater Günter Georg ist froh, dass die Handwerksbetriebe nicht vom Lockdown betroffen sind . Er zählt viele Handwerker zu seinen Stammkunden. Fotos: Cindy Dötschel
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Bei "Luther's Bratwursthäusla" am Moos herrscht reger Betrieb. Trotz Lockdown hält ein Auto nach dem anderen vor der Bratwurstbude. Die Kunden bestellen und nehmen ihre Speisen dann mit. "Ein bisschen ruhiger ist es heute, aber trotzdem kommen immerzu Leute", sagt Günter Georg, der seit vier Jahren als Bratwurstbrater bei der Neustadter Traditionsmetzgerei Luther arbeitet.

Wie der Neustadter berichtet, hat sich der erste Lockdown stärker auf den Verkauf ausgewirkt: "In der Mittagspause kommen generell viele Handwerker - beim Lockdown im Frühjahr sind sie als Kunden weggefallen. Die Betriebe hatten zu, weil ihre Berufe nicht als systemrelevant eingestuft wurden." Umso erleichterter ist Georg, dass die Handwerker diesmal trotz Lockdown arbeiten dürfen.

Kunden kommen seit Jahren

Ein Teil der Kunden kommt bereits, seit der 57-Jährige hier arbeitet. "Unsere Neustadter sind treue Kunden", erzählt er aus seinem Arbeitsalltag. Nachdem die Menschen zu Beginn der Pandemie eher zurückhaltender waren, habe sich seit Mai alles wieder eingependelt. "Die Kunden passen aufeinandere auf und nehmen Rücksicht", erzählt Georg. Vor allem die älteren Kunden seien etwas vorsichtiger.

Deutlich weniger Betrieb herrscht in Cevdet Kurts "Kebap-Haus" an der gebrannten Brücke. "Normalerweise ist jetzt um die Mittagszeit mehr Betrieb. Heute sind hier deutlich weniger Leute unterwegs" bedauert Kurt. Seine Imbissbude betreibt er bereits seit 1994. "So ein schreckliches Jahr wie dieses habe ich seitdem noch nicht erlebt. Ohne Unterstützung wäre es bereits nach dem ersten Lockdown schwer für uns geworden."

Essen nur zum Mitnehmen

Beim ersten Lockdown musste der Neustadter teilweise drei Stunden warten, bis ein Kunde kam. "Teilweise waren nur zehn Mann pro Tag da. Ich hoffe, dass es jetzt, wo die Leute besser informiert sind, nicht wieder so schlimm wird", sagt Kurt. Zu Beginn der Pandemie musste er manche Kunden noch darauf hinweisen, dass in seiner Imbissbude Maskenpflicht gilt. "Jetzt wissen alle darüber Bescheid, dass Masken, Hygiene und Sauberkeit wichtig sind."

Vor dem zweiten Lockdown hatte Kurt zwei Tische im Abstand von zwei Metern in seinem Imbiss aufgestellt. Jetzt gibt es Döner, Pizza und Salate nur noch zum Mitnehmen. "Beim ersten Lockdown habe ich das Essen auf einen Tisch gelegt, auf den die Kunden dann auch das Geld gelegt haben - so konnte alles möglichst kontaktlos ablaufen", erinnert er sich.

Kurt hofft, dass bald wieder alle wieder in den normalen Alltag zurückkehren können und er die Kunden wieder in seinem Imbiss begrüßen kann. "Auch meine Stammkunden waren durch den ersten Lockdown sehr verunsichert und sind seltener gekommen", räumt der Neustadter ein.