Ein sportlicher Schultag im Freizeitpark "Villeneuve-sur-Lot", dazu der ideale Austragungsort im Dunstkreis der Mittelschule Am Moos motivierten über 230 Moos-Schüler und das Lehrerteam zu einer besonderen Leistung: Im Rahmen der bundesweiten Aktion "Wir laufen für Unicef" brach am Mittwoch in der Moos-Schule das Lauffieber aus. Mit dem Benefizlauf setzten sich alle für Flüchtlingskinder in Not ein. Damit waren die Neustadter Schüler dem Aufruf des Fußballweltmeisters und Unicef-Paten Mats Hummels gefolgt.


Bezug zur Thematik

Die erlaufene Geldspende komme Flüchtlingskindern in Syrien zugute, in temporären Schulen von Krisengebieten, erklärte Dorothea Diettrich, die seit 20 Jahren für die Kinderhilfsorganisation Unicef-Oberfranken ehrenamtlich wirkt. Konrektor Jens Alex ergänzte, mit der Übergangsklasse an der Schule habe man einen direkten Bezug.
Alex: "Wir haben unbegleitete Flüchtlingskinder aus Afghanistan, aus Syrien, aus den Krisengebieten im Nahen Osten und können konkret vor Ort etwas für die Menschen tun, die in Kriegsgebieten leben."

Die Organisatoren Dunja Strubl und Jochen Langbein von der Lehrerschaft beschrieben ihre Motivation so: "Weil in Neustadt nahezu alle Schulen irgendeine gute Sache auf die Beine stellen, sollte die Moos-Schule dem nicht nachstehen." Zudem sei es ganz wichtig, die Schüler zur Bewegung zu motivieren. "Wir wollten das einfach mal ausprobieren", sagte Strubl. Auch die Lehrkräfte legten sich sportlich ins Zeug.


Jeder nach seinem Gusto

Gerade in der von Bewegungsarmut geprägten, veränderten Kindheit seien solche Aktionen wichtig, fügte der Konrektor hinzu. Aber es herrsche kein Leistungsdrill. Jeder Schüler könne bei dieser Aktion nach seinem Gusto und nach eigener Kondition laufen. "Und wir wollen unsere Kinder zur Selbstständigkeit erziehen, dafür bietet dieser Lauf äußerst gute Rahmenbedingungen", fand Alex. Selbst tätig werden mussten die Kinder, um sich für diesen Sponsorenlauf Unternehmen oder Spender zu suchen, die sie entsprechend der gelaufenen Strecke entlohnten. Bei Schülern, die keine Sponsoren gefunden hatten, halfen die Sparkasse Coburg-Lichtenfels und Menschen ihres Vertrauens aus.

"Leon Franke aus der fünften Klasse hat sich im Vorfeld so engagiert gezeigt. Gut 30 Sponsoren hat er sich gesichert", lobten ihn die Lehrer. Leon erklärte sein Engagement so: "Ich sehe, was mit Flüchtlingen heute gemacht wird. Deshalb will ich, dass die Flüchtlingskinder ein besseres Zuhause finden." Der Elfjährige sagte zu Beginn des Laufs: "Ich habe heute gut gefrühstückt und will 20 Runden laufen."


Versorgungsstation mit Obst und Getränken

Zwei ortsansässige Discounter zeigten sich spendabel und lieferten Vitaminbomben zum Durchhalten: frisches Obst und Getränke für die Versorgungsstation.

"Vergesst nicht", sagte Konrektor Alex zu den Schülern, "ihr lauft heute auch für euch. Die Einnahmen werden geteilt. Die Hälfte davon wird euch gehören". Das Geld könnte in die medientechnische Ausstattung investiert werden, gab Strubl erste Pläne bekannt. Alex gab den Startschuss auf der Nordic-Walking-Strecke im Freizeitpark. Und dann rannten die Kinder los, klassenweise, und wurden von allen Seiten angefeuert.

Drei Runden ergaben zwei Kilometer. Maximilian aus der 5. Klasse hatte seinen Opa mitgebracht. Dieser erzählte: "Ich habe meinem Enkel pro gelaufenem Kilometer fünf Euro versprochen; ist ja für einen guten Zweck und das muss man unterstützen."

Die abgestempelten Laufzettel werden in den nächsten Tagen ausgewertet und dann soll es eine richtige Ehrung mit Medaillen und Urkunden geben. Lucy hatte der besondere Schultag sehr gefallen: "Ich finde das schön. Auch wenn ich nicht so sportlich bin, habe ich mitgemacht." Auch der 17-jährige Jannik war hellauf begeistert: "Ich finde es gut, dass wir das machen. Wir vergessen gern, wie gut wir es eigentlich haben."