Für Frank Rebhan war der Anruf ein nicht gerade erfreuliches Déjà-vu. "Rauchentwicklung im Schwimmbad? Das war doch mal was!", schoss es dem Oberbürgermeister durch den Kopf, als er am Sonntag kurz vor 16 Uhr durch den Bereitschaftsdienst des Polizeipräsidiums von Oberfranken über den Brand im Hallenbad informiert wurde. Doch zum Glück ging die Sache glimpflich aus.

Armin Münzenberger, dem Geschäftsführer der Neustadter Stadtwerke (SWN), ging es nicht viel anders als dem Oberbürgermeister. Er war mit seiner Familie gerade unterwegs zum Freizeitzentrum, als er dringend zum Schwimmbad gerufen wurde. Es brennt! Eine halbe Stunde nach seinem Eintreffen dort, konnte Münzenberger aber schon wieder halbwegs Entwarnung geben: "Es war ein Kurzschluss in der Elektrohauptverteilung. Das wichtigste ist: Alle Badegäste konnten rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden."

Die Neustadter Feuerwehr, die mit fast 30 Mann zum Hallenbad gerast war, konnte zum gleichen Zeitpunkt auch schon wieder ihre Sachen zusammenpacken. Stadtbrandinspektor Rolf Höfner und seine Kollegen hatten kurz nach 15.30 Uhr das Bad geräumt und die rund hundert Gäste in die nahe Frankenhalle gebracht. Auch die Neustadter Kegler, die im Kellergeschoss der Hallenanlage aktiv waren, mussten das Gebäude verlassen. "Der Schmorbrand im Kabelschrank ging von selbst wieder aus, vermutlich ist rechtzeitig irgendwo eine Sicherung herausgeflogen", erklärte der Stadtbrandinspektor. Aber nichtsdestotrotz: Weil - auch aufgrund der Erfahrungen aus der Vergangenheit - gleich Großalarm gegeben wurde, war gestern Nachmittag in der Wildenheider Straße der Teufel los. Neben der Feuerwehr schickte auch das BRK rund 100 Einsatzkräfte, die sich um die "gestrandeten" Bad-Besucher kümmerten. Eine gute halbe Stunde, nachdem die Brandmeldeanlage um 15.33 Uhr ausgelöst hatte, durften sie auch schon wieder ihre Kleidung aus dem Schwimmbad holen.

Jetzt geht im Schwimmbad erst einmal einige Zeit gar nichts. SWN-Chef Armin Münzenberger will am heutigen Montag mit seinem Team erst einmal den Schaden genau unter die Lupe nehmen und dann entscheiden, wie es weitergeht. "Ich gehe davon aus, dass wir das Bad bis mindestens einschließlich Mittwoch nicht öffnen können", sagte Münzenberger.