Klaus-Peter Kempf hatte nur ein Jahr in Coburg. Nun geht der Geschäftsführer der Coburger Kaufhof-Filiale wie geplant in den Ruhestand, "nach 47 Berufsjahren und 46 bei Kaufhof", wie er am Dienstag sagte. Sein Nachfolger wird Hartmut Abel (57), der von der Paderborner Kaufhof-Filiale auf eigenen Wunsch nach Coburg wechselt.

Die beiden Herren sind sich einig darüber, dass Coburg "ein schöner Standort" ist, nicht nur, was die Kaufhof-Filiale angeht. Aber es seien einige Hausaufgaben zu machen, um die Innenstadt für Kunden attraktiver zu machen, sagt Kempf. "Einheitliche Öffnungszeiten", vor allem an den Samstagnachmittagen seien äußerst wünschenswert. Denn Touristen, die sich in der Innenstadt aufhalten, stehen da schnell einmal vor geschlossenen Türen. "Und dann weiß keiner, der fremd ist und am Marktplatz steht, wie er zu Kaufhof, Wöhrl oder K&L kommt", ergänzt Hartmut Abel.
Denn Fremde würden vermutlich nicht einmal wissen, dass sie diese Kaufhausketten in Coburg finden.

Doch eine Innenstadt lebt nicht nur von den großen Kaufhäusern, sondern vor allem von den kleinen inhabergeführten Geschäften, stellt Kempf klar. "Wenn es uns gelingt, die Kundenfrequenz in der Stadt hochzuhalten, sind wir alle Sieger", sagt Abel. Dafür müssten freilich alle investieren. Auch die Stadt, betont Kempf: "Der Citymanager bräuchte ein eigenes Budget, mit dem er auch mal was initiieren kann."

Mit der Online-Konkurrenz werde der Handel leben müssen, sind sich beide einig. Die Kaufhof-Kette hat das Internet-Geschäft mit den Kaufhäusern verzahnt: Kunden können sich die Ware in die Läden zur Ansicht liefern lassen - auch von Marken, die die Filiale vor Ort nicht regulär führt. Das gehe vor allem in Coburg gut, sagt Kempf: "Wir sind eine der erfolgreichsten Tablet-Filialen. Aber einheitliche Öffnungszeiten und Service sind die besten Argumente für den stationären Handel." Schließlich würden auch Online-Riesen wie Amazon inzwischen Läden eröffnen, wie Abel zu bedenken gibt.

Der neue Geschäftsführer übernimmt eine Filiale mit rund 70 Mitarbeitern. In Dörfles-Esbach hat er eine Wohnung gefunden ("mit Vesteblick"), an den Wochenenden fährt er heim zur Familie bei Fulda. Anders als Kempf ist Abel kein Kaufhof-Urgestein: Er arbeitete zunächst für Woolworth, wechselte 1992 zum Fuldaer Kaufhaus Kerber, das zur Kaufhofgruppe gehörte und seit 2004 auch als Galeria Kaufhof firmiert.