Ein hochkarätiges Vokal- und Instrumentalensemble, das sich vorrangig der Pflege vorbachischer Barockmusik widmet, war am Sonntag zu Gast in der Morizkirche, um im Rahmen des Reformationsjubiläums einen gewichtigen musikalischen Beitrag zu leisten.


Es handelte sich um das Ensemble 1684, welches von Markus Berger sowie dem Leiter des Leipziger Gewandhaus-Chores Gregor Meyer gegründet wurde und von letzterem künstlerisch geleitet wird. Es besteht aus acht tragfähigen Solostimmen, die auch als Doppelchor agieren können, je zwei Violinen und Violen sowie dem Basso continuo mit Violone und einem kleinen Orgelpositiv, von dem aus Gregor Meyer das Ensemble unauffällig leitet.


Rege Forschungstätigkeit

Eine rege Forschungs- und Editionstätigkeit entfaltet das Ensemble insbesondere zu dem seinerzeit in Leipzig tätigen Komponisten Johann Rosenmüller, der im Jahre 1684 (ein Jahr vor Bachs Geburt) starb.

Im August dieses Jahres wird man ihn in seiner Geburtsstadt Oelsnitz/Vogtland mit einem Festkonzert anlässlich seines 400. Geburtstags ehren. Werke von Rosenmüller bildeten auch in diesem Coburger Konzert den Schwerpunkt.


Wie Heinrich Schütz, der sein Vorbild und Mentor wurde, unternahm auch Rosenmüller eine Studienreise nach Venedig, um sich die neue Komponierweise der "seconda prattica" anzueignen. Festlich und koloraturenreich hörte man von ihm "Christus ist mein Leben", "Ego te laudo" mit ausgedehntem "Amen" für drei Solostimmen und Basso continuo, die Sonata duodecima für Streicher und Continuo mit kurzen, teils fugierten Sätzen, "Also hat Gott die Welt geliebet" mit großem Klangspektrum aller Mitwirkenden, das beinahe tänzerische "Fürchte dich nicht" und der reich kolorierte Abschluss mit "Nunc dimittis".


Klangprächtig dargeboten

Je zwei Werke von Heinrich Schütz und Joh. Phil. Krieger ergänzten das sinnvoll zusammengestellte Programm, das vom Ensemble 1684 klangprächtig, präzise und homogen dargeboten wurde. Mit wenigen Gesten vom Orgelpositiv aus, gelang Gregor Meyer ein Maximum an Ausdruckskraft und dynamischer Flexibilität, die stets im Dienst der plastisch vertonten Texte stand.


Man spürt sogleich, dass hier erfahrene Profis sowie schon bestens ausgebildete Musikstudenten am Werke sind, die neben ihren Fähigkeiten auch die Liebe zur Musik - speziell der Barockmusik - mitbringen. Nach anhaltendem Beifall kam man noch in den Genuss eines weiteren "Rosenmüllers" in Gestalt des eindringlichen "Welt ade, ich bin dein müde". Das hervorragende Konzert hätte einen viel besseren Besuch verdient!







Künstler zu Gast in der Coburger Morizkirche


Ensemble 1684 Das von Markus Berger und dem Leiter des Gewandhaus-Chores, Gregor Meyer, gegründete Ensemble 1684 widmet sich vorrangig der Pflege vorbachischer Barockmusik. Im Zentrum stehen dabei mitteldeutsche Komponisten, deren Werke seltener aufgeführt werden oder in Vergessenheit geraten sind. Im August ehrt das Ensemble 1684 den 400. Geburtstag Johann Rosenmüllers mit einem Festkonzert in seiner Geburtsstadt Oelsnitz im Vogtland. Eine erste CD mit einem Querschnitt durch das Schaffen Rosenmüllers erscheint Anfang 2018.
Das Ensemble 1684 setzt sich zusammen aus erfahrenen Profis sowie jungen Absolventen und Studierenden, die sich abhängig von den Anforderungen des Repertoires in unterschiedlichen Besetzungen zusammenfinden.

Samstag, 3. August Me gumi Ikeda (Violine) und Gary O'Connell (Cembalo) gestalten die nächste "Musik zur Marktzeit" in der Coburger Morizkirche. Beginn: 11 Uhr, Eintritt frei.