Junge Talente musizieren gemeinsam mit den Profis des Philharmonischen Orchesters - das ist das Prinzip beim Mitmachkonzert im Landestheater. Nach einem Jahr Corona-Zwangspause findet das vor zehn Jahren vom damaligen Generalmusikdirektor Roland Kluttig ins Leben gerufene Projekt in den Herbstferien seine Fortsetzung. Unter der musikalischen Leitung von Wolfgang Lischke und konzeptionell betreut von Johannes Donhauser, Fagottist im Philharmonischen Orchester, studieren 14 Nachwuchsmusikerinnen und -Musiker ein vielseitiges klassisch-romantisches Programm mit einem Ausflug in Tango-Sphären ein. Zur Schar der jungen Talente zählt auch die aus Coburg stammende Oboistin Yvette Wirsing, die derzeit an der Berufsfachschule für Musik in Kronach studiert. Bereits zum achten Mal ist sie bei diesem Projekt beteiligt.

Warum spielen Sie Oboe, was reizt Sie an diesem Instrument?

Yvette Wirsing: Angefangen habe ich mit Klavier, ich wollte aber unbedingt noch ein neues Instrument lernen. Eigentlich war es ein Zufall, dass meine Klavierlehrerin auch Oboe unterrichtet hat. Dann habe ich das mal ausprobiert - und war sofort Feuer und Flamme.

Wollen Sie die Musik zum Beruf machen? Eher im Orchester oder auf der pädagogischen Ebene?

Y.W.: Ursprünglich wollte ich auf Lehramt studieren, aber jetzt orientiere ich mich in Richtung elementare Musik-Pädagogik.

Wie viele junge Mitwirkende gibt es diesmal?

Johannes Donhauser: In diesem Jahr sind es 14 - wir mussten sogar ein wenig auf die Bremse treten, weil wir noch auf die Corona-Regeln achten müssen. Bei den Bläsern haben wir fast in jeder Stimme einen jungen Musiker dabei. Zum ersten Mal hatte ich sogar die unerfreuliche Aufgabe, Bewerbern abzusagen.

Auf dem Programm am Samstag steht Musik von Mozart bis zu Tango-Arrangements. Was waren die Kriterien für die Auswahl?

J.D.: Eigentlich waren das ganz pragmatische Kriterien. Nachdem wir auch eine Anmeldung für Harfe bekommen haben, haben wir noch ein Stück gesucht, bei dem die Harfe beteiligt ist, ohne dass die Besetzung so groß wird, dass das Orchester nicht mehr auf die Bühne passt.

Wie hat sich der Kreis der teilnehmenden Talente beim Mitmachkonzert in den letzten Jahren verändert?

J.D.: Im Moment haben wir fast ein bisschen das Problem, ausreichend viele Streicher zu finden. Bei den Blasinstrumenten gibt es viele Interessenten, auch wenn wir in diesem Jahr komischerweise keine Flöte gefunden haben, obwohl wenn man denken kann, Flöten gebe es wie Sand am Meer.

Wie sieht es mit der Fluktuation bei den jungen Musikerinnen und Musikern aus?

J.D.: In diesem Jahr haben wir viele Neue dabei. Da macht es sich schon bemerkbar, dass wir mit Wolfgang Lischke als Dirigent jemanden haben, der als Musiklehrer tätig ist und ganz gezielt Schülerinnen und Schüler ansprechen kann auf dieses Projekt.

Mozart, Schubert, Offenbach, Tango-Arrangements: Was ist Ihr Lieblingsstück in diesem Programm?

Y.W.: Den Mozart finde ich ganz toll.

Wie läuft die Vorbereitung für das Projekt? Wann haben Sie mit dem Üben für dieses Konzert begonnen?

Y.W.: Ich glaube, ich war fast ein wenig spät dran - ich habe etwa eine Woche vorher angefangen.

J.D.: In früheren Jahren hatten wir mit Streicher- und Bläserproben gearbeitet. Beim letzten Mal haben wir dann mit einem Tutoren-Modell gearbeitet. In jeder Stimmgruppe gibt es eine Kollegin oder einen Kollegen, der sich nach den Anmeldungen um die jungen Musiker kümmert. In diesem Jahr haben wir zehn Tutoren für 14 Teilnehmer.

Was reizt Sie am Musizieren im Orchester?

Y.W.: Ich habe das im letzten Jahr richtig vermisst, denn bei uns an der Berufsfachschule kommen so große Besetzungen nicht zustande. Das größte Ensemble, in dem ich gespielt habe, war ein Quintett.

Wie oft kommt es vor, dass junge Talente, die am Mitmachkonzert beteiligt waren, dann auch Profimusiker werden?

J.D.: Wir haben Erfahrungen in beide Richtungen gemacht. Es gibt auch junge Talente, die danach sagen, dass sie die Musik nicht zum Beruf machen, sondern für sich als Hobby bewahren wollen.

Rund um das Mitmachkonzert im Landestheater Coburg

Konzert-Tipp Mitmachkonzert - Samstag, 6. November, 18 Uhr, Landestheater Coburg

Interpreten Philharmonisches Orchester Landestheater Coburg gemeinsam mit jungen Coburger Musikerinnen und Musikern,

Leitung: Wolfgang Lischke

Konzeption: Johannes Donhauser

Programm Edvard Grieg "Aus Holbergs Zeit"für Streichorchester; Tango-Arrangements von Juan Esteban Cuacci; Wolfgang Amadeus Mozart: Sinfonie g-Moll KV 550 (in Auszügen); Franz Schubert: Ballettmusiken zu Rosamunde; Jacques Offenbach: Intermezzo und Barcarole aus "Hoffmanns Erzählungen"

Tickets Theaterkasse, 09561/

89 89 89 (per Mail: theaterkasse@landestheater.coburg.de).

Hygieneregeln Für den Besuch des Konzerts ist ein 3G-Nachweis am Einlass sowie das Tragen einer Maske während notwendig. Kinder unter sechs Jahren sind von der Maskenpflicht ausgenommen. Des Weiteren entfällt der 3G-Nachweis für Kinder unter sechs Jahren sowie bei Schülerinnen und Schülern mit Schulort in Deutschland. Hier reicht die Vorlage eines aktuellen Schülerausweises aus. Weitere Infos sowie Tickets online unter www.landestheater-coburg.de und an der Theaterkasse über 09561/898989 (theaterkasse@landestheater.coburg.de).