In Coburg gilt für Hunde über 50 Zentimeter Schulterhöhe schon Leinenpflicht, allerdings nur in öffentlichen Grünanlagen. Schneider hätte diese Vorschrift gern auf Fußgängerzonen, öffentliche Plätze, verkehrsberuhigte Bereiche sowie Fuß- und Radwege wie Allee und Schlossplatz ausgeweitet. Doch am Ende entschied sich der Stadtrat mit 20 zu 14 Stimmen gegen den Antrag.

Zuvor hatte sich noch eine rege Diskussion um das Thema entsponnen, wobei die Meinungen weit auseinander gingen: Barbara Kammerscheid (SBC) vertrat die Auffassung, dass für Radfahrer und Fußgänger keine Gefahr von den Hunden ausgehe. "Warum ist ein Hund mit 50 Zentimetern gefährlich, einer mit 49 aber nicht", wollte Horst Geuter (Pro Coburg) wissen. Ohnehin seien große Hunde oft besser erzogen als kleine.

Jürgen Oehm (CSU) dagegen griff der Antrag nicht weit genug: "Entweder alle Hunde oder keiner." Das habe sie ursprünglich auch so beantragen wollen, stellte Petra Schneider klar. Doch laut Ordnungsamt sei ein genereller Leinenzwang nicht möglich, deshalb durfte sich der Antrag nur auf Hunde über 50 Zentimeter beziehen. Gerhard Amend CSB-Stadtrat und Jurist fand, man dürfe sich an dieser "Gesetzeslücke" nicht stoßen: "Wenn uns der Gesetzgeber nur ab 50 Zentimeter erlaubt, dann muss man diese Möglichkeit doch ergreifen."