"Es ist ein theoretischer Vorspann nötig, bevor man sich auf den Traktor setzt", betonte der Behördenleiter vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Landwirtschaftsdirektor Harald Weber, auf dem Hof des Betriebes von Holger Heilingloh. Seine Aussage bezog sich auf die Abschlussprüfung Landwirt/-in, die in den Bereichen Tierproduktion und Pflanzenproduktion sowohl in der Theorie (Wirtschaftslehre und Sozialkunde) als auch in der Praxis abgelegt wurde. Alle drei Prüflinge auf dem Hof von Heilingloh haben bestanden. Aus Oberfranken waren es insgesamt 39 Prüflinge, die - verteilt auf fünf verschiedene Betriebe - an fünf Tagen ihr Wissen und Können unter Beweis stellten mussten.

Der Getreideanbau, eines der wichtigen Standbeine der Coburger Landwirtschaft, war eines der Prüfungsgebiete. Johannes Knarr zeigte, wie mit einem Messrahmen von 40 mal 40 Zentimetern der gesamte Bestand eines Feldes ermittelt werden kann. Obendrein wurden in diesem Rahmen die Ähren und deren Körner gezählt und hochgerechnet, so dass die Erntemenge ermittelt werden konnte. Natürlich mussten die Prüflinge auch wissen, auf welches Feld welche Frucht aufgebracht werden soll, welche Düngerplanung zu erfolgen hat, wie der Einsatz von Spritzmitteln ermittelt und schließlich der Ertrag berechnet wird. "Man muss in der Landwirtschaft immer wieder nachdenken", erklärte Weber.

Mit Maschinen umgehen können

Auch die Tierproduktion stand auf dem Prüfungsprogramm. So ging es unter anderem um die richtige Bewertung des Jungviehs, um die Futterzusammenstellung und um die Qualität der Silage. Außerdem mussten sich die Prüflinge mit den technisch hochgerüsteten landwirtschaftlichen Maschinen oder an Melkautomaten auskennen. Die zukünftigen Landwirte schwitzen nicht nur aufgrund der Hitze, sondern auch wegen der Anstrengung, die sie über sich ergehen lassen mussten. Die Prüfer ebenso.

Informationen zum Beruf Landwirt gibt es bei Klaus Reininger, Bildungsberater am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Coburg, Telefon 09561/7691126.