Rund um den Herzog-Alfred-Brunnen im Coburger Hofgarten ist reichlich Betrieb. Auf der Wiese stapeln sich Metallteile - Bauelemente für eine große Zuschauertribüne. Auf den Kieswegen liegen Holzrahmenbauteile für die Bühne bereit. Langsam rangiert der blaue Landestheater-Lastwagen rückwärts weitere Bauteile heran.

Großes geplant

Unübersehbar: hier ist Großes geplant. Buchstäblich. Schon in wenigen Tagen soll hier eine Bühne für bis zu 500 Zuschauer bereit stehen - und vor der Bühne rund 250 Quadratmeter Spielfläche für Schauspieler, Sänger und Tänzer. "Sommerfestspiele im Hofgarten" lautet das Zauberwort, mit dem das Landestheater in Corona-Zeiten eine von vielen Lockdown-Verlängerungen arg amputierte Spielzeit irgendwie noch gut zu Ende bringen will.

Finanziell gut aufgestellt

Noch weiß niemand, ob in rund einem Monat tatsächlich gespielt werden kann. Woher also der Optimismus, dennoch den aufwändigen Aufbau in Angriff zu nehmen? "Wir setzen auf kalkuliertes Risiko", erklärt Fritz Frömming als Kaufmännischer Direktor. Den zusätzlichen Aufwand für die Sommerfestspiele im Hofgarten beziffert er auf rund 90000 bis 100000 Euro. Das entspräche den Kosten für zweieinhalb große Produktionen im Landestheater.

"Wir können viel gewinnen."

Durch die Hilfe von Sponsoren (Brose, VR-Bank Coburg, Sparkasse Coburg-Lichtenfels) sieht Frömming das Landestheater in dieser Hinsicht aber finanziell gut aufgestellt: "Mit den Sommerfestspielen im Hofgarten gehen wir ,all in' und nutzen die in dieser Saison einzige Chance, um überhaupt noch spielen zu können." Die Sommerfestspiele seien aus kaufmännischer Sicht gut abgesichert. "Wir können viel gewinnen", ist Frömming überzeugt. Zugleich habe das Landestheater damit die Möglichkeit geschaffen, das Festival "It'z Jazz" der Stadt durchführen zu können. Damit stehe das Sommerfestival auch stadtpolitisch auf breiteren Füßen.

Eröffnung eine Woche später

Schon vor Beginn aber hat das Landestheater seine ehrgeizigen Pläne etwas korrigieren müssen. Die ursprünglich für den 29. Mai geplante Schauspiel-Premiere "Die drei Musketiere" wurde bereits auf den 5. Juni verschoben. Natürlich kann auch mit dieser Verschiebung niemand sagen, ob an diesem Tag tatsächlich die erste Premiere stattfinden kann.

"Das Theater lebt und ist da für diese Stadt."

Für Intendant Bernhard F. Loges sind die Sommerfestspiele gleichwohl "die Möglichkeit zu zeigen: Das Theater lebt und ist da für diese Stadt."

Großes Interesse beim Publikum

Allen äußeren Widrigkeiten zum Trotz agiert das Landestheater im Optimismus-Modus. Nahrung erhält dieser Optimismus durch das Publikum in Wartestellung. Als am Donnerstag bereits erste Container hinter dem Alfred-Brunnen platziert wurden, gab es jedenfalls von den Anwohnern aufmunternde Worte, freut sich Daniel Kaiser, Technischer Leiter des Landestheater: "Schon letzte Woche hätte ich viele Karten verkaufen können."

Vorerst nur Reservierungen möglich

Doch noch verfährt das Landestheater beim Thema Karten gleichsam im Konjunktiv. Vorerst können bei der Theaterkasse nur Reservierungen gebucht werden - bis irgendwann klar ist, ob und wenn ja wann vor welcher Kulisse gespielt werden darf.

Nachhaltigkeit spielt eine große Rolle

Einstweilen stellen sich Daniel Kaiser und sein Team aus Bühnenmeistern und Bühnentechnikern der Herausforderung, in wenigen eine große Freiluft-Bühne passgenau rund um den Alfred-Brunnen aufzubauen.

Rund 250 Quadratmeter Spielfläche

Nach den Erfahrungen der ersten Sommerfestspiele an gleicher Stelle 2019 steht das diesjährige, deutlich größere Konzept unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit. Vor allem die rund 250 Quadratmeter große Spielfläche direkt vor dem Brunnen soll mindestens vier bis fünf Spielzeiten halten - gerne auch länger, meint Daniel Kaiser. Deswegen ruhen die Holzschutzlatten für den Bühnenboden auf strapazierfähigen Stellfüßen aus Edelstahl. Und auch die Holzschutzlatten wurden vorsorglich mit einer Lasur auf längere Nutzung getrimmt.

Rund um die Sommerfestspiele im Hofgarten

Hintergrund Wegen der aktuellen Lage der Pandemie wird die Eröffnungspremiere der Sommerfestspiele im Coburger Hofgarten "Die drei Musketiere" vom 29. Mai auf den 5. Juni verschoben. Der gesamte Spielplan zeichne sich durch hohe Flexibilität aus, so dass schnell auf das Infektionsgeschehen reagiert werden könne", erklärt das Landestheater. Gestrichen aus dem Spielplan wurde die Wiederaufnahme der Kinderoper "Die Prinzessin auf dem Kürbis" von Roland Fister. Dadurch soll die Möglichkeit geschaffen werden, bei Bedarf schnell umdisponieren zu können.

Das zunächst im großen Haus geplante Konzert mit Nils Wülker und dem Philharmonischen Orchester wird zur Freiluft-Veranstaltung im Hofgarten. Alle Spieltermine im Hofgarten stehen aber immer unter dem Vorbehalt der aktuellen Inzidenzwerte.

Das Programm Schauspiel "Die drei Musketiere"; Kinderkonzert "Peter und der Wolf"; Ballett "Vier Jahreszeiten"; Jazz-Festival "It'z Jazz" (25. bis 27. Juni); Chorkonzerte "Auf den Flügeln des Gesangs"; Serenadenkonzerte. Das vollständige Programm findet sich auf der Homepage des Landestheaters - Änderungen aus aktuellem Anlass sind jederzeit vorbehalten (www.landestheater-coburg.de/spielplan-karten)

Telefonischer Kontakt zur Theaterkasse: Montag bis Freitag 10 bis 17 Uhr, Tel. 09561/898989; Telefax: 09561/898988 (per Mail: theaterkasse@landestheater.coburg.de)red