"Wir arbeiten an der Grenze", ergänzte Landrat Michel Busch (SPD). Von Resignation gibt es aber bisher keine Spur.

Bis zum 30. September sind im Landkreis 123 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aufgenommen worden. Alle diese sind als Minderjährige zugewiesen oder aus Einrichtungen für erwachsene Asylbewerber im Landkreis aufgenommen worden. Von den insgesamt 13 jungen Menschen, die zum Stichtag 30. September 18 Jahre waren, sind sechs während ihres Aufenthalts im Landkreis volljährig geworden. Bei weiteren sieben Personen haben die Mitarbeiter des Jugendamtes ein neues Alter ermittelt. Während zu Beginn der Zuweisungen ausschließlich 16- und 17-Jährige kamen, verschiebt sich das Altersspektrum immer weiter zu jüngeren Flüchtlingen. Die ersten zwölf- und 13-jährigen Kinder wurden im September aufgenommen.

Zum 30.
September kamen 75 Jugendliche aus der Altersstufe der 16- und 17-Jährigen. Auch zwei Zwölfjährige wurden zugeteilt sowie sechs 13-Jährige. Die jungen Menschen stammen zu 80 Prozent aus Syrien und Afghanistan. Die Herkunftsländer der anderen sind das Kosovo, Irak, Eritrea, Gambia, Somalia und Pakistan, wobei die Pakistaner mit zehn Prozent die größte Gruppe sind.


Nicht alle sind noch hier

Nicht alle dem Landkreis zugewiesenen Jugendlichen sind heute noch hier. 33 insgesamt haben den Landkreis verlassen, berichtete Sachtleben. Acht volljährig gewordene Männer wurden Erstaufnahmeeinrichtungen für Erwachsene überstellt, in vier Fällen konnte eine Familienzusammenführung realisiert werden.

"Es bleibt abzuwarten, ob tatsächlich ab Januar eine Entspannung der Situation in Bayern und somit auch im Landkreis Coburg zu erwarten ist", sagte Sachtleben. Auf alle Fälle herrsche ein buntes Sprachenwirrwarr.
Natürlich spielte bei der Sitzung auch die finanzielle Seite eine Rolle. "Da müssen wir sehen, was auf uns zukommt", meinte Sachtleben, "denn Bayern hat 8,5 Millionen Euro in den Haushalt eingestellt, was nicht ausreicht." Landrat Michael Busch ergänzte: "Die anderen Bundesländer müssen auch aufnehmen nach dem sogenannten ,Königsteiner Schlüssel‘, der festlegt, welchen Anteil der Asylbewerber jedes Bundesland zu tragen hat.