Gutes Theater braucht gutes Licht. Vor allem aber möglichst pannenfreies Licht. Deshalb will das Landestheater in seine Beleuchtungsanlage für die Bühne investieren und moderne LED-Scheinwerfer anschaffen.

Insgesamt rund 102000 Euro würden 18 gebrauchte LED-Scheinwerfer in sehr gutem Zustand samt zwei Jahren Garantie kosten, rechnete Kaufmännischer Direktor Fritz Frömming dem Finanzsenat vor.

Keine Ersatzteile mehr

Für Frömming ist der Kauf der LED-Scheinwerfer eine lohnende Investition bereits mit Blick auf den zur Generalsanierung anstehenden Umzug in das noch zu bauende Interimsquartier namens Globe, das nach jetziger Planung im Juli 2021 bezugsfertig sein soll. Derzeit nutzt das Landestheater für seine Bühnenbeleuchtung 20 betagte Bühnenscheinwerfer.

Die herkömmlichen Scheinwerfer seien für eine Nutzung im Globe nicht geeignet und erforderten zudem schon jetzt einen erheblichen Mehraufwand bei der Bedienung.

Schon jetzt seien für vier dieser Scheinwerfer keine Ersatzteile mehr zu beschaffen, erklärte Frömming und verwies auf jährlich rund 180 Arbeitsstunden, die allein für die Reparatur anfielen.

Aktuell hohe Betriebskosten

Knapp 40000 Euro Betriebskosten entstehen pro Jahr, wolle man die vorhandenen alten Scheinwerfer weiterhin nutzen - Strom, Bedienung, Wartung eingerechnet. Die jährlichen Betriebskosten für 18 lichtstarke LED-Scheinwerfer bezifferte Frömming auf rund 5250 Euro.

Damit aber würde sich die Anschaffung dieser gebrauchten LED-Schweinwerfer in rund zweieinhalb Jahren rechnen, versicherte Frömming. Doch auch dieses Argument konnte im Finanzsenat eine lebhafte Diskussion über den Sinn dieser Anschaffung nicht verhindern.

Kritik von Friedrich Herdan

"Ich halte das für überflüssig", kritisierte Friedrich Herdan (CSU), nannte die beabsichtigte Investition gar "völlig überzogen". Frömmings Hinweis, dass für einige der alten Scheinwerfer in Zukunft keine Ersatzteile zu erhalten sein, konterte Herdan in seiner Eigenschaft als Lasco-Gesellschafter mit dem Angebot: "Wenn Sie keine Ersatzteile mehr bekommen, stellen wir Ihnen bei Lasco diese Ersatzteile her." Herdans Kritik an Frömmings Vorschlag brachte eine lebhafte Diskussion in Gang, ob es letztlich nicht vielleicht sogar sinnvoller sei, gleich neue LED-Scheinwerfer zu erwerben. Frömming dagegen verwies darauf, dass das jetzt vorliegende Angebot für gut gewartete gebrauchte Scheinwerfer eine sehr günstige Lösung für den Übergang sei.

Knappe Mehrheit

Das überzeugte am Ende eine knappe Mehrheit für Frömmings Ansinnen. Mit der Stimme von Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) fand sich eine knappe Mehrheit von fünf zu vier Senatsstimmen für die Anschaffung.

Rund um die Bühnenbeleuchtung des Landestheaters

Bühnenbeleuchtung Die Bühnenbeleuchtung für das Landestheater Coburg ist eine komplizierte Angelegenheit. Insgesamt stehen derzeit 20 Scheinwerfer zur Verfügung. Für diese betagten Scheinwerfer fallen derzeit jährlich rund 180 Stunden Reparaturarbeiten an. Nach Darstellung des Theaters sind bereits jetzt für vier dieser Bühnenscheinwerfer keine Ersatzteile mehr zu erhalten. Ein Viertel der Scheinwerfer müssen derzeit beinahe täglich auf- und abgebaut werden, um den wechselnden Anforderungen unterschiedlicher Bühnenbilder gerecht zu werden. Dafür fallen 210 Stunden Arbeitszeit pro Jahr an. LED-Scheinwerfer haben nach Darstellung des Landestheaters eine Betriebsdauer von rund 50000 Stunden. Zudem erhitzen sie nicht und sind in unterschiedlichen Lichtstimmungen programmierbar. Abstimmung Für die Anschaffung stimmten Norbert Tessmer, Bettina Lesch-Lasaridis, Stefan Leistner (SPD), Gerhard Amend (CSB), Wolf-Rüdiger Benzel (parteilos). Gegen die Anschaffung votierten Thomas Bittorf, Hans-Herbert Hartan, Friedrich Herdan (CSU/JC-Fraktion), Horst Geuter (Pro Coburg).jb