Die Nachfrage nach Ganztagsangeboten an den Schulen wächst. Das gilt nicht nur für den Regelschulbereich. Auch die Eltern von Kindern, die eine Förderschule besuchen, wünschen sich vermehrt, dass ihre Kinder am Nachmittag noch die Schule besuchen können. Seit Schuljahresbeginn wurde an der Mittelschule in Rödental dafür das Modell einer Partnerklasse eingeführt. Es läuft gut, wie Rektorin Susanne Fritze gestern dem zuständigen Senat der Stadt versicherte.

Es ging um Kinder der Melchior-Franck-Schule in Coburg. "Die Eltern wünschten sich die Fortsetzung einer Zusammenarbeit mit der Mauritiusschule auch in der Mittelschule", erklärt Susanne Fritze. Das Schulamt wollte diesen Wunsch erfüllen, suchte nach einer geeigneten Mittelschule und fand Rödental.
"Es ist am Schulamt bekannt, dass wir Neuem immer aufgeschlossen gegenüberstehen", weiß die Rektorin.

Junge Zusammenarbeit

So kam es zum Beginn einer Zusammenarbeit mit der Mauritiusschule. Eine fünfte Klasse der Rödentaler Mittelschule bekam eine Partnerklasse der gleichen Jahrgangsstufe aus der Mauritiusschule. Lehrer beider Schulen arbeiten mit den Kindern.

In den meisten Fächern wie etwa Sport, Musik, Geschichte oder Sozialkunde erfolgt der Unterricht gemeinsam. Nur in Fächern wie Deutsch oder Mathe wird teilweise getrennt unterrichtet.
Beim Besuch der Stadtratsmitglieder aus dem Schulsenat ist gerade Werkunterricht. Auf den ersten Blick fällt nichts auf, was darauf schließen ließe, dass hier auch Kinder mit besonderem Förderbedarf am Unterricht teilnehmen.

Allerdings stehen mehr Erwachsene zur Betreuung zur Verfügung. Aus kleinen Schnecken sollen Tonschalen getöpfert werden. Wie weit die Kinder schon nach eineinhalb Stunden sind, wundert auch Bürgermeister Gerhard Preß (CSU), der sich von der kleinen Julia zeigen lässt, wie diese Töpfertechnik funktioniert. Die Betreuung durch mehre Lehrkräfte kommt auch den Kindern ohne besonderen Förderbedarf spürbar zu Gute. Die Mitglieder des Senats sind vom Modell überzeugt.

Versorgung stößt an Grenzen

Doch viele Kinder müssen auch versorgt werden, wenn sie über Mittag in der Schule bleiben. Die Cafeteria ist zwar sehr gemütlich, doch langsam stößt sie an ihre Grenzen. "Wir versorgen hier täglich 120 Kinder", erklärt Susanne Fritze. Das Essen kommt aus der Kantine der Firma Waldrich und alle sind begeistert davon. "Es ist immer etwas Frisches dabei", betont die Schulleiterin. Doch schon jetzt muss im Schichtbetrieb gegessen werden, weil gar nicht alle einen Platz an einem der Tische finden.

Für die Rektorin steht daher fest: "Wenn die Stadt und die Eltern noch mehr Ganztagsangebote wünschen, dann müssen wir uns etwas einfallen lassen." Schon gibt es Interessenbekundungen aus der siebten Jahrgangsstufe.
Doch nicht nur in der Cafeteria, sondern vor allem in der Spülküche sind die Kapazitäten völlig ausgereizt. "Wenn wir da mehr anbieten wollen, dann brauchen wir ein neues Raumkonzept", stellt Bürgermeister Gerhard Preß fest. Doch gerade jetzt ist die Stadt etwas klamm, wenn es um finanzielle Mittel geht. Es heißt also wohl warten oder Fantasie entwickeln.

Offene Wünsche bleiben

Einigermaßen nachdenklich ließen sich die Senatsmitglieder Räume wie etwa die Lernwerkstatt Mathe zeigen, in der anschaulich in dem Fach unterrichtet werden kann. Immer wieder bekommen sie zu hören, dass es an diesem oder jenem mangelt. Die Regale stammen aus dem Konkursnachlass einer Drogeriekette.
Doch nicht immer lässt sich improvisieren. So bleiben wohl einige Wünsche auch in Zukunft unerfüllt.