Im Rahmen des Parkpflegewerks, das Mitte der 90er Jahre für den Hofgarten erstellt wurde, hat die Stadt Coburg in den letzten Jahren bereits viele Wege erneuert. Der Großteil erhielt eine helle wassergebundene Decke, auf der es sich angenehm läuft und die sich auch optisch gut in den Park einfügt. 2010 wurde damit begonnen, auch die steileren Wege zu erneuern. Diese jedoch wurden, zugunsten der Sicherheit, asphaltiert. Derzeit sind der Kirchweg und der Gebertsweg an der Reihe. Die Arbeiten werden voraussichtlich bis Ende September dauern.
Der 235 Meter lange Kirchweg verläuft parallel zur Festungsstraße. Er beginnt an der Treppe auf Höhe der Pfarrkirche St. Augustin und führt hinauf zum Herzog-Alfred-Brunnen. Ursprünglich seien die Arbeiten am Kirchweg schon für 2010 geplant gewesen, erläuterte Grünflächenamtsleiter Bernhard Ledermann im Gespräch am Donnerstag.
Doch 2010 hatte die Stadt bis zum Herbst keinen genehmigten Haushalt, und die eingestellten Mittel hätten für die Sanierung des Kirchwegs nicht ausgereicht. Deshalb wurden zunächst andere Wege, wie der am sogenannten Hexenhäusle, vorgezogen.


Überraschung unter dem Rasen

Vor gut drei Wochen wurde nun mit den Arbeiten am Kirchweg begonnen. Zunächst stießen die Bauarbeiter auf eine Überraschung, denn unter Rasen und Erde kamen historische Randsteine zum Vorschein. Diese wurden ausgegraben und sollen teilweise auch wieder verwendet werden. Wie Bernhard Ledermann erläuterte, wird der Weg nur zum Hofgarten hin wieder durchgängig mit einer Randeinfassung versehen. Zur Festungsstraße hin erhält er ein leichtes Gefälle, damit Regenwasser ungehindert abfließen kann.
Die Vorarbeiten, wie zum Beispiel das Abtragen der zwei bis drei Zentimeter dicken alten Asphaltschicht, erledigt das Grünflächenamt in Eigenleistung. Einer der Gründe: Gleich mehrere große alte Bäume mit ausladenden Wurzelstöcken stehen direkt neben dem Weg. "Hier müssen wir vorsichtig hantieren", sagte Ledermann. "Mit den eigenen Leuten können wir einen schonenderen Umgang mit den Bäumen sicherstellen."
Dort, wo es möglich ist, soll der Weg um ein paar Zentimeter von den Bäumen weg "verschoben" werden. Außerdem bleibt in der Nähe der Wurzeln die alte Schotter-Tragschicht erhalten. Andernfalls hätten die Arbeiter einen guten halben Meter des alten Unterbaus ausheben müssen. Das wiederum hätten einige Wurzeln wohl nicht überlebt.


"Das hält 30 Jahre"

Das Niveau des Weges wird nach der Fertigstellung etwas höher liegen. Die neue Asphaltdecke wird gut zehn Zentimeter dick sein. In dieser Stärke würden zum Beispiel auch landwirtschaftliche Flurwege angelegt, erläuterte Ledermann. "Und im Hofgarten fahren ja keine Busse drüber. Das hält dann auch die nächsten 30 Jahre."
Ein wenig knifflig wird es werden, wenn der Asphalt angeliefert wird. Denn die Lastwagen müssen von der Festungsstraße aus auf den 2,50 Meter breiten Kirchweg und dann rückwärts den Hang hinunter fahren. Asphaltiert wird von der unteren Treppe an. Diese müsse dazu allerdings erst komplett fertig sein, sagte Ledermann. Die Treppe werde im übrigen nach oben hin um eine Stufe verlängert, damit der Anschluss an den Weg nicht mehr so steil ist.
Die Asphaltierungsarbeiten hat die Stadt Coburg ausgeschrieben. Für die gesamte Maßnahme sind 50 000 Euro plus Eigenleistung veranschlagt. Darin enthalten ist auch die Erneuerung des Gebertsweges. Das 65 Meter lange Wegstück, zwischen Probstgrund und Mausoleum, war bei Baumfällarbeiten beschädigt worden.