Neuses
Hauptversammlung

Kein Unmut wegen Asylsuchender

Der Bürgerverein Coburg Neuses will auf die neuen Mitbürger aus dem Ausland zugehen.
In dem ehemaligen Bürogebäude an der Rodacher Straße in Neuses sollen asylsuchende Familien ein neues Zuhause finden. Der Bürgerverein des Coburger Stadtteils steht dem Thema aufgeschlossen gegenüber. Foto: Ulrike Nauer
In dem ehemaligen Bürogebäude an der Rodacher Straße in Neuses sollen asylsuchende Familien ein neues Zuhause finden. Der Bürgerverein des Coburger Stadtteils steht dem Thema aufgeschlossen gegenüber. Foto: Ulrike Nauer
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Dass er aus der Zeitung erfahren musste, dass in der Rodacher Straße ein Heim für Asylbewerber eingerichtet werden soll, gefällt Manfred Meyer überhaupt nicht. "Ich bin enttäuscht. Weder die Regierung von Oberfranken noch die Stadt Coburg haben uns an der Entscheidungsfindung beteiligt", sagte der Vorsitzende des Bürgervereins Coburg-Neuses bei der Hauptversammlung im Gasthaus Felsenkeller.

Sorgen und Verständnis

Erst nach diesen Pressemeldungen habe eine Ortsbegehung stattgefunden, beklagte Meyer. Dem Thema "Asylbewerberheim" begegnet der Bürgerverein dennoch aufgeschlossen. Meyer wertet es als positiv, dass bei der Ortsbegehung die Anwohner zwar Sorgen geäußert, aber ebenso Verständnis für die Lage der Asylsuchenden gezeigt hätten.
"Es ist sympathisch, dass kein Nachbar richtig gemotzt hat."

Meyer klärte über die Hintergründe auf. Demnach kommen Asylsuchende zunächst nach Zirndorf, von dort werden sie auf die Kommunen verteilt. Dabei sei man bestrebt, bestimmte Gruppen zusammenzubringen. So sollen in Neuses Familien untergebracht werden, während Einzelpersonen in der Uferstraße eine Unterkunft finden. Insgesamt wird mit etwa 50 Personen gerechnet, die ab April in den acht Wohnungen in der Rodacher Straße leben sollen. Als Ansprechpartner wird es einen Betreuer geben, der allerdings nicht ständig vor Ort sein kann. "Ein Betreuer ist für 100 Personen zuständig", sagte Meyer.

Besuch im Weismainer Heim

Weiterhin soll eine soziale Einrichtung bestimmt werden, die sich um die Menschen kümmert. Meyer liegt es nun am Herzen, Konflikte im Vorfeld zu vermeiden. Er möchte Kontakt zu den Asylsuchenden aufnehmen, um Probleme, die auftreten könnten, abzumildern. "Wir werden schauen, was wir für die Menschen tun können", sagte Meyer. Er unterbreitete auch den Vorschlag, ein gut geführtes Heim für Asylsuchende in Weismain zu besuchen und mit den Menschen vor Ort zu sprechen. Aus der Versammlung kamen keinerlei Einwände oder Bedenken gegen dieses Vorgehen.

Das Dauerthema Staatsstraße 2205 liegt im Moment auf Eis. Die Baugenehmigung sei zwar schon ein Jahr alt, allerdings seien Klagen dagegen eingegangen, so dass die Angelegenheit nun beim Verwaltungsgericht liege. Meyer: "Wir müssen jetzt abwarten, das nützt nichts."

Ein Bürger beklagte in einem Schreiben den schlechten Zustand des Goldbergweges und der Rodacher Straße. Hier konnte Meyer keine Hoffnungen auf Verbesserungen machen. Bauliche Maßnahmen seien aufgrund der finanziellen Situation der Stadt Coburg nicht möglich, außerdem seien laut Ordnungsamt viele andere Straßen in schlechterem Zustand.

Aus dem Coburger Stadtteil Scheuerfeld ist bei den jüngsten Kommunalwahlen kein Vertreter in den Stadtrat gewählt worden. Dies, so Meyer, gehe den Bürgern des Stadtteils Neuses seit Jahren so. Er bat die Versammlung, sich darüber Gedanken zu machen, ob man sich wie die Scheuerfelder um einen Stadtteilsprecher bemühen sollte.

Im vergangenen Jahr gab es Verkehrsbegehungen in der Austraße und der Rodacher Straße. In Abstimmung mit dem Ordnungsamt konnten dort Korrekturen vorgenommen werden.

Für die jährlichen Ausflüge wünscht sich Meyer mehr Beteiligung. Diesmal soll die Fahrt in den Thüringer Nationalpark Hainich führen. Termin ist Sonntag, 25. Mai.