Die Szenerie ist real und surreal zugleich. Ein Mann findet ein Klavier mitten im Wald, setzt sich und fängt an zu spielen. Regentropfen hängen an seinen Brillengläsern, während er spielt. Ruhig perlen die Töne, aus fließenden Arpeggien schälen sich Melodien heraus. Der Pianist, der mitten im Wald konzertiert, ist ein junger Musiker aus Coburg: Andreas Wolff.

"Solo" heißt der Kurzfilm, den Andreas Wolff gemeinsam mit dem aus Wales stammenden jungen Filmregisseur Sion R. Joseph realisiert hat. Den Titel liefert eine Komposition, die Wolff auch auf seinem letzten Album "Mosaic" veröffentlicht und bei einem Konzert im Riesensaal der Coburger Ehrenburg vorgestellt hat.

Als Straßenmusiker in London

Die Geschichte, die Sion R. Joseph in seinem Kurzfilm erzählt, ist eigentlich ganz einfach und wird doch in mystisch angehauchten Bildern sehr suggestiv erzählt. Mit seiner Musik lockt Andreas Wolff zwei junge Frauen an, die sein Klavierspiel hören, sich auf die Suche nach der Quelle dieser Musik begeben und sie am Ende doch nicht finden können, dafür aber auf blutende Bäume stoßen. Der Pianist - er bleibt am Ende der Geschichte allein: Solo.

"Solo"

Ein Zufall hatte den Regisseur und den Musiker zusammen geführt. "Seit 2017 habe ich jeden Sommer in London verbracht, um dort meine Kompositionen als Straßenmusiker mit Leuten aus der ganzen Welt zu teilen", erzählt Wolff. Bei einem dieser Auftritte hat Sion R. Joseph Wolff spielen sehen. Drei Jahre später, wenige Wochen vor Ausbruch der Pandemie, meldete sich Joseph dann bei Wolff und erklärte ihm, dass er ein Musikvideo zu seiner Komposition "Solo" drehen wolle.

Nach mehreren Monaten Verzögerung, bedingt durch die Auswirkungen der Pandemie, wurde aus der Anfrage des Regisseurs filmische Wirklichkeit: Andreas Wolff reiste zu den mehrtägigen Dreharbeiten nach Wales. "Alles war unglaublich professionell - ein echt faszinierender Einblick hinter die Kulissen einer Filmproduktion", erinnert sich Wolff.

Bei vielen Filmfestivals eingereicht

Nach aufwendiger Post-Produktion ist der Kurzfilm inzwischen fertig und weckt bei Wolff Hoffnungen auf Aufmerksamkeit für seine Musik: "Sion hat das Musikvideo aktuell bei über 30 Filmfestivals eingereicht. Ob es ebensoviele Preise wie sein vorheriger Film gewinnen kann, wird sich im Laufe des Jahres zeigen."