Der Bahnhof in Meeder besteht aus einem unscheinbaren, grauen Wartehäuschen, einem Hinweisschild und einer Anzeigetafel. Die Anlage wirkt trist und ungepflegt. Dies brachte der DB-Haltestelle unlängst den Titel "hässlichster Bahnhof Bayerns" ein. Nun haben der Jugendpfleger Benni Westphal und die Jugendlichen der Gemeinde Meeder Verbesserungsvorschläge erarbeitet und diese Heike Steinhoff (Leiterin des DB-Bahnhofsmanagements in Bamberg) unterbreitet.

Gleich vorweg: Große Maßnahmen wird es nicht geben, lediglich einige kleine Verbesserungen sollen im kommenden Jahr kommen. Ihre Ideen hatten die Mädchen und Jungen in einem Werbespott gepackt, den sie der DB-Vertreterin in der Lernwerkstatt Frieden zeigten. Die Kinder und Jugendlichen bemängeln die fehlenden Fahrradständer, sie wünschen sich einen Getränkeautomaten und insgesamt eine schönere Umgebung. Ein Modell, wie die Haltestelle in Meeder künftig aussehen könnte, haben sie gebastelt.

Das Betonhaus, meinte Georg Grehl, sollte ersetzt werden. "Es ist grau und hässlich", ergänzt Josuha Pflaum. Wie Bürgermeister Josef Brunner (SPD) betont, liege auch ihm das Stigma "hässlichster Bahnhof" im Magen. Er brachte einen weiteren Aspekt ins Spiel. Laut dem Bürgermeister gibt es beim Ein-und Aussteigen "ein Sicherheitsproblem." Tatsächlich liegt der Ein- und Ausstieg in einer leichten Kurve und es klafft ein Spalt zwischen dem Bahnsteig und den Schienen. Dies meint Brunner sei für Kinder, aber vor allem für ältere Menschen problematisch. Ein Kind sei bereits in die Spalte gefallen. "Für ältere Leute ist dies zu gefährlich, die fahren nicht mit", sagt er, und fügt hinzu: "In dieser Situation nützt der schönste Zug nichts."

Neues Häuschen viel zu teuer

DB-Mitarbeiterin Heike Steinhoff machte in diesem Punkt keine Hoffnung. Der Bahnhof sei zwar vor vielen Jahren gebaut worden, aber das Spaltmaß zwischen Bahnsteig und Einstieg sei immer noch so zugelassen. "Das hat richterlichen Bestand", sagte sie. Eine solche bauliche Maßnahme sei nicht mit 10.000 Euro zu stemmen. "Das kostet locker 250.000 bis 300.000 Euro", betonte sie. Außerdem seien auch stark frequentierte Bahnhöfe in Zentren wie München nicht barrierefrei. Ein neues Häuschen, meinte sie, koste zwischen 13.000 und 15.000 Euro und sei ebenfalls nicht realisierbar. Immerhin sollen einige kleine Maßnahmen umgesetzt werden, die Jugendlichen können demnach das Wartehäuschen farbig gestalten. "Die Farben stellt die Bahn", versprach Steinhoff.

Die Grünfläche soll gemeinsam mit dem Obst-und Gartenbauverein gestaltet werden. Der wird einen Kostenvorschlag mit der Bitte um Förderung vorlegen. Die Fahrradständer liegen laut Steinhoff im Aufgabenbereich der Kommune. Brunner regte an, zunächst fünf Ständer aufzustellen. Benni Westphal ist mit dieser kleinen Lösung zufrieden. Dem Jugendpfleger ist es wichtig, dass die Ideen der Jugendlichen zumindest teilweise umgesetzt werden. "Im vergangenen Jahr wurde die Skater bahnanlage auf Eis gelegt, wenn jetzt nichts geschieht, wird es immer schwieriger , Kinder zu gewinnen", sagte er.