Auf 170,5 Jahre Erfahrung und ehrenamtliches Engagement muss der Stadtrat Rödental zukünftig verzichten. Über diesen reichen Schatz verfügen die acht Stadträtinnen und Stadträte, die dem Gremium seit der letzten Kommunalwahl nicht mehr angehören. Mit einem Festakt wurden Cathrin Minderlein (FW, sechs Jahre Stadträtin), Christoph Franke (SPD, sechs Jahre), Hans-Jürgen Lorke (SPD, zwölf Jahre), Mattias Löffler (CSU, 18 Jahre), Ingrid Ott (CSU, 18 Jahre), Gisela Böhnel (FW, 30 Jahre), Georg Burkardt (SPD, 38,5 Jahre) und Werner Wanka (FW, 42 Jahre) von Bürgermeister Marco Steiner (FW) offiziell verabschiedet.

In den Laudationes arbeitete Bürgermeister Steiner deutlich heraus, dass mit der Übernahme des Stadtratsmandates auch ein hoher zeitlicher Aufwand einhergehe, den die Stadträte aber gerne zum Wohle der Stadt und ihrer Bürger auf sich genommen hätten. Auch verdeutlichte er, dass die Erwartungen an die Mandatsträger seitens der Bevölkerung sehr hoch seien. "Aber man kann es nicht jedem recht machten", stellte Steiner fest. Den ehemaligen Stadträten attestierte er, dass sie alle mit viel Engagement und Herzblut ihre Mandate wahrgenommen hätten.

Oft zusammen: Georg Burkardt und Werner Wanka

"Ohne die Leistung anderer schmälern zu wollen", hob er das Engagement von vier besonders hervor. Die vielen Gemeinsamkeiten von Georg Burkardt und Werner Wanka ließen den Bürgermeister darauf schließen, dass sie scheinbar nicht ohne einander können. "Sogar Fußball haben sie zusammen gespielt und treffen sich am gleichen Stammtisch", ließ Steiner wissen. Er bescheinigte beiden, dass sie nie das kommunalpolitische Miteinander durch Parteipolitik hätten stören lassen. Steiner weiter: "Auch vermeintliche Streitgespräche zwischen den beiden sind und waren für Zuhörer ein Genuss." Dass die Gäste des Abends die beiden ehemaligen Stadträte mit Applaus im Stehen bedachten, war ein untrügliches Zeichen der Hochachtung, die Georg Burkardt und Werner Wanka genießen.

Zu Gisela Böhnel, die von 1996 bis 2014 die Ämter der Dritten und Zweiten Bürgermeisterin bekleidet hatte, stellte Marco Steiner fest: "Viele Stadträte haben ein Schwerpunktthema. Gisela Böhnel habe ich als an allem interessiert wahrgenommen." Vor allem beim Thema Tourismus habe sich Böhnel besonders eingebracht. Nach Worten des Bürgermeisters war sie hier der Motor des Ganzen. Ihr Bekanntheitsgrad resultiert nach Ansicht Steiners daraus, dass sie sich auch um vermeintliche Kleinigkeiten gekümmert hat, die den Bürgern aber sehr wichtig waren. Als äußeres Zeichen des Dankes wurde diesen ausgeschiedenen Stadtratsmitgliedern die goldene Stadtmedaille verliehen.

Bürgermedaille für Ingrid Ott

Eine besondere Ehre wurde Ingrid Ott zuteil. Für ihre Verdienste, "die sie sich nicht nur als Stadträtin, sondern auch in verschiedensten Vereinsfunktionen und auf sozialer Ebene erworben hat", so Steiner, wurde sie mit der Bürgermedaille ausgezeichnet. Der Bürgermeister hob hervor, dass diese Auszeichnung nur an Persönlichkeiten verliehen werden könne, die sich durch besonderes Wirken oder besondere Leistungen hohe Verdienste erworben haben. Den hochgradigen Stellenwert der Bürgermedaille macht auch der Umstand aus, dass diese Auszeichnung höchstens 30 lebende Persönlichkeiten innehaben dürfen. Derzeit sind es 26 Bürger. Die Zusammenarbeit mit Ingrid Ott im Stadtrat bezeichnete Steiner als "konstruktiv und wohltuend."

"Ein Bürgermeister ist nicht halb so viel wert, wenn ihn der Stadtrat nicht unterstützt", stellte der weitere stellvertretende Landrat Christian Gunsenheimer (FW) in seinem Grußwort fest. Den amtierenden Stadträten rief er zu: "Die größte Ehrung könnt ihr den ausgeschiedenen Stadträten geben, indem ihr das fortsetzt, was eure Vorgänger angestoßen haben."

Gisela Böhnel betonte, dass der Stadtrat immer miteinander und nicht gegeneinander gearbeitet habe. Böhnels Schlusswort: "Wenn man junge Menschen im Stadtrat haben will, dann müssen die Alten ihren Sitz frei machen."

Musikalisch umrahmt wurde der würdige Abend durch das Lehrerensemble der Realschule CO II.