Der Erbpachtvertrag mit der TSG Niederfüllbach und der geplante Neubau des Feuerwehrhauses waren die Hauptthemen bei der Bürgerversammlung in der Emil-Kirchner-Halle. Sportler wurden geehrt und das Jugendprojekt "Co-Poli" wurde vorgestellt.

Zu Beginn der Bürgerversammlung konnte Bürgermeister Martin Rauscher (ÜWN) vor über 50 Bürgern von einer regen Bautätigkeit berichten. Niederfüllbach habe 1580 Einwohner, 15 Geburten stünden zwölf Sterbefällen gegenüber. Aufgrund verschiedenster Schwierigkeiten habe es wenig Aktivitäten in der Gemeinde gegeben, betonte der Bürgermeister. Er sei enttäuscht gewesen, dass sich der Gemeinderat gegen die Beseitigung der "Drei-Seen-Landschaft" bei der Geizenmühle entschieden habe.


Es hat sich Ärger angestaut

Die Niederfüllbacher Bürger stehen zu ihrem Sportverein, der TSG. Sie leistet eine sehr gute Arbeit. In vielen Beiträgen der Bürger wurde dies deutlich, als es um den Erbpachtvertrag zwischen der Gemeinde und der TSG ging. Der Erbpachtvertrag ist 40 Jahre alt und muss neu verhandelt werden. Darin wurde auch geregelt, ob und wann Vereine die Turnhalle für Veranstaltungen kostenfrei nutzen dürfen. Der TSG-Vorsitzende sagte Achim Brückner sagte, 2013 sei dieser Vertrag bereits geändert worden, aber die Zahlen seien offen geblieben. Bereits im Mai habe er eine Anfrage zur Verlängerung des Erbpachtvertrages an die Gemeinde gestellt, dies sei im Gemeinderat nicht behandelt worden. Er habe seit sechs Monaten nichts mehr gehört. "Dies ist eine Frechheit und Handeln nach Gutsherrenart", betonte Brückner. Bürger sprachen gar von einer Blockadepolitik in Niederfüllbach. Wie auf Nachfrage zu erfahren war, sollen laut dem neuen Vertragsentwurf der Verwaltung die Zuschüsse erheblich gekürzt werden. Viele Ehrenamtliche der TSG Niederfüllbach empfinden dies als einen Schlag ins Gesicht.

Auch Gemeinderat Kilian von Petzold (CSU) meldete sich in dieser Angelegenheit mit einer heftigen Reaktion zu Wort: "Der Vertragsentwurf ist nicht die Meinung des Gemeinderats. Es ist eine Kommunikationskatastrophe. Ich bin nicht gewählt worden, um Sparkönig zu werden." Er signalisierte damit, dass er das Ehrenamt wertschätze und ihm der Sport sehr wichtig sei. "Viele Kosten trägt die TSG selbst", betonten Vorstandsmitglieder.
Martin Rauscher erklärte, er als Bürgermeister lege die Tagesordnung im Gemeinderat fest, Dinge könnten sich nach hinten verschieben. Sein Ziel sei es, alle Ortsvereine gleichmäßig zu fördern und damit gleichzustellen. Es sei noch einiges zu klären. Der Gemeinderat wird sich laut Rauscher in den nächsten Tagen mit den diesem Thema beschäftigen und mit der TSG in Verhandlung treten. "Wir wollen einen Erbpachtvertrag ausarbeiten, womit alle glücklich sind, ich bin sicher, dass wir das schaffen", betonte Gemeinderätin Tina Großmann (ÜWN).


Planung und Bau des Feuerwehrhauses dauern manchem zu lange

Ein weiteres Thema war der geplante Neubau des Feuerwehrhauses. Auch der Jugend dauert die bisherige Planungsphase zu lang. Die Pläne seien aufgrund verschiedener Umstände verspätet eingereicht worden und hätten einige Male geändert werden müssen. "Wir planen lieber g'scheit und ordentlich. Der komplette Gemeinderat wünscht sich das neue Feuerwehrhaus, es kommen aber laufend neue Probleme auf uns zu" , erläuterte Tina Großmann. Wie von der Verwaltung zu erfahren waren, sei die Baugenehmigung für den Bau jetzt eingetroffen. Wie der Bürgermeister berichtete, habe man Probleme mit der Anbindung an das Backhaus. Man müsse noch eine Machbarkeitsstudie erstellen. Rauscher hofft, dass der erste Spatenstich im kommenden Jahr erfolgen kann.

Weiterhin wurde über die Füllbachbrücke, neben der Gaststätte Beckenhaus, wofür die Planungen auch schon länger laufen gesprochen. Die Regierung von Oberfranken hat die ersten Planungen verworfen. Über die neuen Pläne muss der Gemeinderat entscheiden.

Ein weiterer Punkt war der "Autofriedhof" in der Nähe des Einkaufzentrums, unmittelbar neben dem Radweg, wo einige rostige Fahrzeuge, stehen. Dies sei kein schöner Anblick für Niederfüllbach, sagten die Anwesenden.
Einige Bürger beklagten, dass über den Radweg schwere Lkw rollten und manchmal dort auch ein Lkw stehe und den Radweg blockiere. Laut Bürgermeister sei dies genehmigt und an dieser Stelle der Weg für den Schwerverkehr ausgelegt. Dann sollten dort Schilder aufgestellt werden, wünschten sich einige Bürger.

Außerdem ging es um die Schaumbergerstraße, die keinen Bürgersteig besitzt. Dort werde die Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h von vielen nicht eingehalten. Frank Gallinsky (CSU) rief dazu auf, Raser anzuzeigen.

Tina Großmann klärte über das Projekt "Co-Poli" auf. Es sei ein Spiel in Zusammenarbeit mit dem Kreis-Jugendring und Ejott, sowie des Bundes der katholischen Jugend, und der Jugendarbeit der Stadt und und des Landkreises Coburg. Man will damit junge Menschen ermuntern sich einzubringen und an der gesellschaftlichen Entwicklung der Gemeinde mitzuwirken. In Niederfüllbach hätten sich neun Jugendliche mehrmals getroffen und verschiedene Themen erarbeitet. Patrica Rudolph, Tim Ernst und Tom Dressel, Jugendliche, die sich auch an der Diskussion bei der Bürgerversammlung rege beteiligten, stellten ihre Wünsche vor. Darunter war eine überdachte Aufenthaltsmöglichkeit für Jugendliche und entsprechendes Spielgerät. Außerdem stellten die Jugendlichen fest, dass es in Niederfüllbach viele schlecht beleuchtete Ecken gibt. Außerdem sollte bei Festen in Niederfüllbach die Beleuchtung später ausgeschaltet werden. Weiterhin sollte es mehr Events, eventuell mit einer Liveband, für Jugendliche und junge Erwachsene in Niederfüllbach geben. Sie könnten sich weiterhin vorstellen, das Dorffest und die Sonnwendfeier auszuweiten, sie und andere Jugendliche würden dabei mithelfen. Tina Großmann war begeistert von dem Ideen und dem Engagement der Jugendlichen und überreichte im Namen der Gemeinde einen Gutschein.


Urkunden für die Sportler

Der Sportbeauftragte der Gemeinde Niederfüllbach, Bastian Büttner, und Bürgermeister Martin Rauscher ehrten einige sehr gute Sportler aus dem Gemeindegebiet mit Urkunden. Zu ihnen gehört Pia Schwarz vom Paddel- und Segelclub Coburg-Schney, die süddeutsche Meisterin und Vizeweltmeisterin in dieser Sportart wurde. Außerdem durfte sich die Sportlerin in das Goldene Buch der Gemeinde eintragen. Geehrt wurde auch Georg Konarek, der im Post SV Coburg aktiv ist und in Judo in der Disziplin Katame-no kata den 3. Platz bei der bayerischen Meisterschaft holte. Die Ortsmeister 2016 im Tischtennis, Katharina Blinzler und Johannes Blinzler waren nicht anwesend. Bastian Büttner wird ihnen die Urkunden nachreichen.