Die schicken, schwarzen High-Heels sind fast nagelneu. Nur einmal getragen wechseln die Schuhe für wenige Euro die Besitzerin, ebenso wandern trendige Tops, Blusen, Jacken, Gürtel, Taschen oder Modeschmuck über den Tisch. Johanna Popp und Jule Taubmann kommen mit dem Verkaufen ihrer gebrauchten Dinge kaum hinterher, so groß ist der Andrang an ihren Stand. Über einen Flyer haben die Studentinnen vom "Mädelsflohmarkt" erfahren, die Kleiderschränke durchgeschaut und alles, was nicht mehr getragen oder gebraucht wird, aussortiert.

"Das war auch nötig, wir brauchen Platz für Neues", sagt die 20-jährige Johanna. Und da komme dieser besondere Flohmarkt im Kongresshaus wie gerufen. Zum ersten Mal hatte Kongresshaus-Leiterin Karin Schlecht den Flohmarkt, der sich speziell an Mädchen und Frauen richtet, initiiert.
Mit großem Erfolg: An den Ständen drängten sich die Besucher dicht an dicht, Anbieter und Kunden waren rundum zufrieden. "Es einfach eine tolle Idee", sagen Johanna und Jule stellvertretend für viele begeisterte Frauen.

Nicht nur Kunsthandwerkermarkt

Karin Schlecht erklärt den Hintergrund der Veranstaltung: Sie wollte für Coburg diesmal im Frühjahr etwas Besonders anbieten. Kunsthandwerkermärkte, sagt sie, gebe es mittlerweile in nahezu überall.

"Mädelsflohmarkt" bedeutet, es dürfen sich nur Mädchen und Frauen im Alter von neun bis 99 Jahren um einen Platz bewerben. "Wir haben das bewusst auf Mädchen beschränkt", so Karin Schlecht. Es sollten keine Werkzeuge oder Ähnliches über den Verkaufstisch wandern, sondern eben nur Dinge, die das Interesse von Mädchen und Frauen wecken. Dies war gelungen, junge wie ältere "Mädels" boten an insgesamt 66 Verkaufsständen hauptsächlich gebrauchte Kleidung an- trendig und peppig, klassisch und edel. Witzige Schuhe, außergewöhnlicher Schmuck, aber auch Plüschtiere, Puppen oder Bücher wechselten die Besitzerin.

Shopping-Berater erlaubt

Überwiegend bevölkerte das weibliche Geschlecht das Kongresshaus, aber auch einige Männer schlenderten durch die Reihen und kauften beispielsweise Schmuck für die Liebste. Auch als Shopping-Berater waren Männer willkommen.

Die 18-jährige Sophie Arnold war hellauf begeistert von den bunten und vielseitigen Angebot: Vier Blusen und ein Paar Schuhe hatte sie zu Schnäppchenpreisen erstanden. Schuhe? Die kleine Alba Honold zog eher der Stand von Juliane Müller magisch an. Kein Wunder: Die zwölfjährige Juliane hatte Spielsachen aussortiert, im Keller auf dem Dachboden gekramt und bot Kuscheltiere und eine Kiste mit Barbiepuppen feil. Derweil leerte sich der Stand von Jule Taubmann und Johanna Popp zusehends. "Das Geschäft geht sehr, sehr gut", freuten sich die beiden. Nur 15 Euro habe ein Standplatz gekostet, da lohne sich die Teilnahme allemal. "Wir hoffen eine Wiederholung!"

Bald auch ein "Jungsflohmarkt"?

Vielleicht gibt es ja auch mal einen "Jungsflohmarkt". Karin Schlecht schließt dies nicht aus. Dann werden anstelle von High-Heels eventuell Werkzeuge den Besitzer wechseln.