Der Donnerstag nach dem Buß- und Bettag ist mittlerweile traditionell der Termin, an dem die Notfallseelsorge die Feuerwehren und Rettungsdienste, die Mitarbeiter im Katastrophenschutz und die Polizei zum Jahresgottesdienst einlädt. Das ist für die Männer und Frauen, die sich im Hauptamt, Nebenamt oder Ehrenamt für die Gemeinschaft engagieren eine willkommene Gelegenheit zum Innehalten und zur Selbstbesinnung.


Hilflosigkeit erleben

Der Gottesdienst in St. Augustin stand unter dem Leitthema "Ent-Lastungen". Das Thema weise auf die beiden Knotenpunkte des Tuns der vielen Helferinnen und Helfer hin, führte der katholische Dekan Roland Huth ins Thema ein. Es gehe um die Menschen in all ihren Krisensituationen und zu den Helfern selbst. "Die Belastung vom Dienst, Überbringen von Unglücks- oder Todesnachrichten, die eigene Hilflosigkeit hinter aller Professionalität, die wir auch haben müssen", sagte der Dekan. Gott stehe mit seiner Solidarität zur Seite. Und: "Es ist ein großes Geschenk, wenn wir in allen vorgegebenen Handlungsabläufen bei Einsätzen doch auch immer wieder die geschenkte Solidarität unter einander spüren." Entlastung hinter und nach den Belastungen sei wichtig und notwendig, um gesund zu bleiben, um innerlich und äußerlich bei Kräften zu bleiben, betonte Dekan Huth.
Pfarrer Klaus Göpfert (Seidmannsdorf) wies auf die Grenzen der Helferinnen und Helfer hin, auf Hindernisse, Lähmungen und Blockaden. "Nicht immer gibt es die geeignete Gelegenheit, dass ein Gesprächspartner eine Botschaft annehmen kann", gab Göpfert zu bedenken. Trotzdem könne es sinnvoll sein, ein Hilfsangebot zu machen, auch wenn es erst Wochen später angenommen werde. Göpfert: "Es kann ja auch schon tragen, einen Mitmenschen auf der eigenen Seite zu wissen."


Dank seitens der Politik

Bei den Fürbitten wurde auf den tragischen Unglücksfall bei einer Einsatzübung der Coburger Feuerwehr hingewiesen, bei dem ein junger Feuerwehrmann ums Leben gekommen sei. Ebenso ging es um Einsicht und Rücksichtnahme eigentlich unbeteiligter Menschen bei Hilfseinsätzen, die diese nicht durch Neugier und Sensationslust behindern wollten.
Landrat Michael Busch dankte, auch im Namen von Oberbürgermeister Norbert Tessmer, den Einsatzkräften für ihre engagierte Hilfsbereitschaft. Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes übernahm die Formation "Soul Project".