Wegen der hohen Temperaturen hat das Sonnefelder Freibad heuer noch bis zum Samstag geöffnet. Das freut natürlich Groß und Klein und insbesondere die Dauerschwimmer. Zu diesem Personenkreis zählt eine Gruppe von treuen Senioren, für die das Freibad im Sommer eine Art zweite Heimat ist. "Wenn wir um 10 Uhr öffnen, dann sind immer 15 bis 25 Seniorinnen und Senioren da, die bei jedem Wetter zum Schwimmen kommen. Viele von ihnen sind locker eine Stunde im Wasser und legen dabei ihre 1000 Meter zurück", erklärt Betriebsleiter Bernd Steckmann.

Er betont, dass die Sonnefelder Einrichtung kein reines Spaß- und Erlebnisbad sei, sondern durch das kombinierte Schwimmer- und Springerbecken eben auch die Möglichkeit zur sportlichen Betätigung biete, von der rege Gebrauch gemacht werde. Um insbesondere dem älteren Besucherkreis oder Menschen, deren Mobilität eingeschränkt ist, den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen, erhielt das Schwimmerbecken heuer eine zusätzliche Eingangstreppe, die einen bequemeren Ein- beziehungsweise Ausstieg ermöglicht.


Ein wachsames Auge

Steckmann hat mit seinen Kollegen Jürgen Härtel und Günter Glaser immer ein wachsames Auge auf die Badegäste. Zum Beispiel auf Hanni Beiersdorfer, die älteste Dauerschwimmerin, die im Dezember ihr 90. Lebensjahr vollenden wird. Auch sie schätzt die familiäre Art des Sonnefelder Schwimmbades, weshalb sie seit vielen Jahren stets mit zu den treuesten Badegästen gehört. Dank der verlängerten Badesaison hat die Sonnefelderin heuer bereits 100 Mal ihre Bahnen im Schwimmerbecken gezogen. "Ich freue mich, dass es bis Samstag noch mehr als 100 Mal werden. Mir macht schlechtes Wetter nichts aus. Selbst wenn es regnet, schwimme ich, denn dann ist es erst richtig schön. Ich setze dann allerdings eine Haube auf, damit meine Haare nicht nass werden", verrät sie.


Versierte Main-Schwimmerin

Schon bevor das Freibad in Sonnefeld 1938 erstmals öffnete, schwamm Hanni Beiersdorfer gerne und nahm beispielsweise am sogenannten Strom-Schwimmen im Main teil. Dort gewann die Sonnefelderin damals sogar einen Preis in Form eines geflochtenen Wäschekorbs. "Seit das Bad offen hat, mache ich erst meine Arbeit und gehe dann zum Schwimmen", erzählt Hanni Beiersdorfer weiter. "Wenn ich gesund bleibe, werde ich auch im kommenden Jahr wieder täglich meine Stunde schwimmen", hat sich die Seniorin fest vorgenommen.

Eine andere treue Dauerschwimmerin ist Marianne Deschan. Die 83-jährige bekommt alljährlich ihre Dauerkarte zum Geburtstag geschenkt und knackt in jeder Saison locker die 100er-Besuchermarke. Obendrein hält sie es von den Senioren am längsten im Wasser aus, denn zwei Stunden Schwimmen am Stück sind für die Sonnefelderin bereits Routine.


Man kennt sich, man mag sich, man vermisst sich

Durch den fast täglichen Besuch der Senioren-Dauerschwimmer hat das Personal zu ihnen eine besondere Verbindung aufgebaut. "Es fällt sofort auf, wenn einer unserer Dauerschwimmer fehlt", sagt Kassiererin Rita Ernst. Durch die langjährige Verbindung bestehe zwischenzeitlich ein freundschaftliches Verhältnis. Wenn beispielsweise einer der Dauerschwimmer nicht da ist, werden die anderen gefragt, was mit ihm los ist.

Dass sich seit vielen Jahren ein treuer Seniorenkreis an Dauerschwimmern im Freibad gebildet hat, findet auch der Betriebsleiter gut: "Unser Bad ist eine Art Kommunikationsort für die Senioren geworden. Viele nutzen nach dem Schwimmen die Massageduschen im Erlebnisbecken oder setzen sich an den Tischen zusammen und genießen einen Eiskaffee oder andere Leckereien in trauter Runde."