Das Coronavirus macht vor der Sportwelt nicht halt. Eine erste Veranstaltung im Landkreis wurde abgesagt. Der BLSV-Kreisvorsitzende Jürgen Rückert hält von derartigen Maßnahmen nichts. Auch beim HSC soll weiter gespielt werden.
Die Verantwortlichen der Stadt Neustadt bei Coburg haben in Absprache mit dem Stadtverband der Sportvereine die für Freitagabend geplante Sportlerehrung abgesagt – das sorgt für Gesprächsstoff. Ist es doch ein Umgang mit dem Coronavirus, der für Jürgen Rückert – Kreisvorsitzender des Bayerischen Landes-Sportverbands (BLSV) Coburg – für andere Veranstaltungen in der Region aktuell noch undenkbar ist: "Stand jetzt wollen wir nichts weiter ausfallen lassen." Der Funktionär betont jedoch auch, dass der BLSV alle Mitgliedsvereine in einer Rundmail für das Thema "Corona" sensibilisiert habe. Eine Orientierung an den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts und der lokalen Gesundheitsämter sei maßgebend. "Wenn die eine Veranstaltung kritisch sehen, sollte man da schon hinhören", betont Rückert.
Auch beim Bayerischen Fußballverband (BFV) gehen die Verantwortlichen davon aus, "dass der Spielbetrieb wie geplant stattfindet". Das übliche Shake-Hands vor den Spielen ist jedoch vorübergehend nicht mehr zwingend erforderlich: "Es mag Personen geben, die sich aktuell mit dem Handschlag nicht wohl fühlen. Das ist aus unserer Sicht natürlich zu akzeptieren", heißt es in einer offiziellen Mitteilung des BFV. In der Bekanntmachung werden außerdem die Anweisungen des Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege als weisend angeführt. Eigenmächtige Schritte sind also nicht geplant.
Kritik am Umgang mit Corona
Ein Standpunkt, den auch Rückert vertritt: "Wenn die bayerische Regierung den Sportbetrieb einstellt, können wir uns dagegen nicht wehren. Wir wollen den Spielbetrieb aber fortsetzen." Er wünscht sich indes eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Virus: "An der gewöhnlichen Grippe sterben jährlich tausende Menschen – das wird aktuell total unter den Teppich gekehrt." Er verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass die Wahrnehmung in Bezug auf die neuartige Krankheit bedenklich sei. Genervt fügt er hinzu: "Wenn wir alle Veranstaltungen absagen, dürfte man ja aktuell gar nichts mehr machen."
Rückert betont jedoch, dass es schon Ausnahmefälle gegeben habe, in denen er und seine Kollegen vom BLSV Veranstaltungen absagen mussten. So hätten sie nach dem Reaktorstörfall in Fukushima aus dem Jahr 2011 einen bayerische-japanischen Jugendaustausch abgesagt – die Nachwuchssportler aus dem Freistaat hätten in Fukushima gastieren sollen. "Die Japaner haben zwar gesagt, dass die Strahlenbelastung nicht so schlimm ist. Wir haben den Austausch aber trotzdem nicht zugelassen. Dafür gab es aber auch vollstes Verständnis von allen Beteiligten", erklärt er. Die Sachlage sei mit der momentanen Situation indes nicht vergleichbar.
HSC- Spiele sollen stattfinden
Michael Häfner, Geschäftsführer des HSC, betont, dass im Spielbetrieb des Coburger Handball-Zweitligisten vorerst "alles wie gewohnt läuft. Eine Absage ganzer Spieltage obliege den Verantwortlichen der Handball-Bundesliga – aktuell gebe es noch keine Anweisungen hierzu. "Wenn die Restsaison ausfallen würde, wäre das wirklich der ,Worst-Case‘ – da möchte ich gar nicht dran denken", betont Häfner.