Es sind vor allem Betrachter der "Generation 40 plus", die ein Kalender ansprechen soll, der jetzt vorgestellt wurde und in mehrerlei Hinsicht etwas Besonderes ist. Worum es geht, zeigt schon der Ort, an dem er präsentiert wurde: Es ist die Grenze zwischen Bayern und Thüringen an der Gebrannten Brücke zwischen Neustadt und Sonneberg.

Wenn die 1000 Besitzer, die einen der frisch gedruckten Kalender ergattern können, im kommenden Jahr das Novemberblatt aufschlagen, dann ist der Fall der innerdeutschen Grenze 30 Jahre her. Genau am 12. November 1989, um 8 Uhr, marschierten die ersten "Grenzgänger" nach Jahrzehnten der Teilung über die Gebrannte Brücke von Hönbach nach Neustadt. Bilder von diesen Szenen gehören zu den historischen Aufnahmen des Kalenders, über den Peter Soyer sagt: "Er ist als etwas gedacht, das man sich auch aufhebt."

Der Kalender soll zeigen, dass es eine gut funktionierende Zusammenarbeit zwischen den Städten über die Grenze hinweg gibt. Peter Soyer ist Neustadter in seiner Heimatstadt Mitglied des Stadtrats und Geschäftsführer der Wohnbau GmbH in Sonneberg, somit also in Person ein Beispiel für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der beiden Städte.

"Wir arbeiten in vielen Bereichen mit den Stadtwerken in Neustadt zusammen, etwa bei der Energieberatung oder dem Breitbandausbau", sagt Peter Soyer. Jetzt eben auch bei dem Kalender. Schon seit den 90er Jahren gehört er zum Jahresprogramm der Wohnbau. Für 2019 wurde er erstmals zusammen mit den Stadtwerken der Nachbarstadt herausgegeben.

Isolde Kalter unterstützte die Ausgabe als Heimatpflegerin der Stadt Neustadt, Heidi Losansky arbeitete als Pressesprecherin der Wohnbau an dem Projekt mit. Matthias Müller von der Wohnbau GmbH übernahm das Layout.

Momentaufnahmen

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Von Friedensgebeten in Sonneberg, bis zum Fall der Grenze, dem Unterzeichnen deutsch-deutscher Abkommen bis zu Luftaufnahmen von einst und jetzt hält der Kalender Momente fest, die Grundlage sein können, wenn Ältere mit Jüngeren ihre Erinnerungen teilen wollen an eine Zeit, als in Neustadt der Puls der Geschichte besonders deutlich zu fühlen war.

"Wir freuen uns, dass das was in dem Kalender dargestellt wird, Geschichte ist. Wir wollen es nie wieder haben", sagt Sonnebergs Bürgermeister Heiko Voigt (parteilos).

Neustadts Oberbürgermeister Frank Rebhan (SPD) sieht in dem Kalender "ein Dokument wider das Vergessen". Die Bilder zeigten aber auch, "was sich in den 30 Jahren alles entwickelt hat von Seiten der Menschen, die hier leben, aber auch von der oft viel gescholtenen Politik." Im kommenden Jahr, werden die beiden Städte über die Landesgrenze hinweg die zentrale Veranstaltung für den "Tag der Franken" ausrichten.

Den Verkaufspreis von 5 Euro für den Kalender kommentiert Peter Soyer: "Wir wollen ja nichts verdienen."

Eine Bilderserie zum Thema Grenzöffnung finden Sie hier.