Fast 10.000 Euro in fünf Jahren: Akribisch hat Gabriele Lang jeden Posten handschriftlich vermerkt, jede Summe, die als Spende an Vereine ging, die sich intensiv um Jugendarbeit kümmern. "Erwirtschaftet" hat sie die Beträge zusammen mit ihrem Team durch das Betreiben einer Kleiderkammer in Heldritt. Das ist mittlerweile fünf Jahre her.

"Ich habe nach einer sinnvollen Tätigkeit gesucht, nachdem ich 2011 in Rente gegangen bin", erinnert sich Lang. Sie nahm an einem Senioren-Trainerkurs teil, der von der Awo angeboten wurde. Durch die Schwester ihres Lebenspartners Karl-Heinz Müller bekam sie anschließend in Rödental erste praktische Erfahrungen in Aufbau und Vertrieb einer Kleiderkammer. Gleiches wollte sie fortan in Heldritt einrichten, zusammen mit Helga Hoffmann, Hannelore Faßler und Ilona Rödel startete sie das Unterfangen.


Die Stadt kam ihr entgegen

Reibungslos ging das nicht, denn zahlreiche Gespräche waren erforderlich, ehe Räumlichkeiten zur Verfügung standen. Die Stadt Bad Rodach stellte schließlich den Nebenraum im Heldritter Schulgebäude zur Verfügung. Mittlerweile wird durch das umfangreiche Angebot auch der komplette Vorraum mitgenutzt.

"Die hochwertige Kleidung kann von jedem erworben", stellt die Heldritterin klar, keineswegs seien nur sozial Bedürftige einkaufsberechtigt. Jeder, der zu Hause seinen Kleiderschrank mal auf den Prüfstand stellt und sich von dem einen oder anderen Stück trennen möchte, kann in der Kleiderkammer anliefern. Natürlich nur Stücke, die in einwandfreiem Zustand sind. Das gilt auch für Schuhe und Wäsche. Denn darauf legt das Team großen Wert. "Wir prüfen und sortieren vorher ganz genau, ehe die Ware auf die Kleiderständer kommt", versichert die Chefin. Zum Kundenstamm gehören Einheimische wie Zugezogene gleichermaßen. Auch Theatergruppen, wie die aus Sachsenbrunn, haben sich in der "Klamotte" schon eingekleidet. Der Fundus der Heldritter Waldbühne ist ebenfalls eng mit dieser sozialen Einrichtung in Kontakt, wie auch die Coburger Dienste.

Jeden Mittwoch ist die "Klamotte" von 18 bis 19.30 Uhr geöffnet, die Teile werden ab 50 Cent aufwärts pro Stück verkauft. Das Team arbeitet auf rein ehrenamtlicher Basis. Bad Rodachs Bürgermeister Tobias Ehrlicher (SPD) und Michael Fischer (Vorsitzender der Bürgerstiftung) würdigten zum "Fünfjährigen" das Engagement des Teams und überreichten Thermalbadkarten als Dankeschön.