Mit dem Hissen der Frankenfahne auf der Schaumburg bei Schalkau hat der Fränkische Bund der Gründung des Fränkischen Reichskreises am 2. Juli 1500 gedacht. An diesem historischen Tag wurde erstmals die Frankenfahne im heutigen Landkreis Sonneberg aufgezogen. Martin Truckenbrodt, Sprecher der Regionalgruppe Itzgrund-Henneberg des Fränkischen Bundes, begrüßte dazu Mitglieder des Vereins ebenso wie Vertreter aus den Landkreisen Coburg, Hildburghausen und Sonneberg.

Von der Schaumburg aus kann man einen fantastischen Blick übers Land - vom Bleßberg bis zur Froschgrundbrücke - genießen. Hier fühlen sich die Franken aus Bayern und Thüringen vereint am richtigen Ort. 370 Mitglieder zählt der Fränkische Bund. Und, so erklärt Truckenbrodt, man lege Wert darauf, nicht Südthüringen, sondern fränkisches Thüringen genannt zu werden. "Wir sind historisch betrachtet eine Kulturregion mit der fränkischen Sprache, der Kultur und den Bräuchen." Die Frankenfahne ist ihr Symbol, ebenso wie für das Bistum Würzburg, zu dem von 1007 bis 1994 große Teile Südthüringens gehörten.

Es ist der Itzgründische Dialekt

Der fränkische Dialekt vereint die Region, pardon, der Itzgründische Dialekt, wie Dieter Dietzel betont. Der Schalkauer hat von seinem Verein, dem Schaumburgverein, zu seinem 80. Geburtstag im vergangenen Jahr den Titel "Burg-Vogt" verliehen bekommen, den er - das Schaumburg-Urgestein - stolz auf dem T-Shirt trägt. Unzählige Male ist er in seinem Leben schon auf den 492 Meter hoch gelegenen Schaumberg gestiegen. Dietzel kümmert sich gemeinsam mit seinen Vereinsmitstreitern um Pflege und Erhalt der historischen Burganlage, die als Ruine übers Land ragt.

Ja, der Dialekt. Auch Ute Hopf, Bürgermeisterin von Schalkau, kann sich noch gut daran erinnern, wie sie nach dem Mauerfall 1989 erstmals in Weißenbrunn war und in der Runde festgestellt wurde: Wir sprechen ja alle eine Sprache. Das ist über 30 Jahre her, und die fränkischen Thüringer haben diese, ihre Identität längst angenommen und pflegen sie auch.

Die Vertreter des Landkreises Coburg indes denken in diesen Tagen wohl eher im Glücksgefühl wieder daran, wie sich vor 100 Jahren für den Landkreis Coburg die Fahne nach Bayern und nicht nach Thüringen richtete. Prof. Günther Ott, Vorsitzender des Heimatvereins Rödental, spricht das an, und seine Frau Ingrid hat einen mit dem fränkischen Rechen selbst bemalten Stein als Geschenk mitgebracht. Die Frankenfahne, gehisst von Martin Truckenbrodt, Kay Stöcklein und Ute Hopf, wird beim Schaumbergverein bleiben.

Den Blick auf die Geschichte richtete dann noch Kreisheimatpfleger Thomas Schwämmlein mit seinem Kurzvortrag "Burg Schaumberg und Gericht Schalkau - eine typische fränkische Angelegenheit".