- Modelleisenbahnen lassen von jeher Kinderherzen höher schlagen. Am Samstag und Sonntag konnten auch Erwachsene in Kindheitserinnerungen schwelgen und sich den Traum eines Lokführers erfüllen. "Fahrt frei" hieß es für die Modelleisenbahn im Autozentrum Hommert in Creidlitz.

Die Eisenbahnfreunde Coburg hatten zu den 35. Coburger Modellbahn- und Modellbautagen eingeladen. Die Vielfalt macht die Modellbahntage so interessant, sagte Stefan Goldschmidt, Schatzmeister der Coburger Eisenbahnfreunde. Die Besucher konnten beim Erdaufschütten mit dem Bagger zuschauen, die Playmobilwelt bewundern oder beim Löten selbst Hand legen.

"Der Kracher der Ausstellung war sicher das Burgen-Land", sagte Stefan Goldschmitt von den Eisenbahnenfreunden. Die Modellbahnanlage der Modellbahnfreunde Leutkirch im Allgäu besteht aus acht Segmenten, die eine U-Form bilden und ist im Maßstab H0 ausgeführt. Gesteuert wird die Anlage digital, aber ohne ein automatisches Blockstellensystem, sodass ein Spielbetrieb für das Bedienpersonal bleibt. Die Burgen sind sehr detailreich und mit etlichen Szenen gebaut und zeigen Burgen und Schlösser wie sie für die Gegend typisch sind.

Die Karussellbahn

Der Klassiker auf der Ausstellung: Mit der Karussellbahn durchs Coburger Land. Die als "Steinachtalbahn" bekannte Nebenbahnstrecke führte von Ebersdorf bei Coburg über Weidhausen und Hof-Steinach nach Neustadt. Zusammen mit der Hauptbahn Coburg-Sonneberg bildete sie eine Art Ringstrecke; im Hinblick auf die durchgehenden Zugverbindungen wurde sie deshalb auch "Karussellbahn" genannt. Die Eisenbahnfreunde haben die Strecke am Ausstellungswochenende im Maßstab 1:87 wieder zum Leben erweckt.

Erstmalig in der Region zu sehen war das "Das Kronacher Freischießen" von Mike Morgenroth in Miniatur. Beim Betrachten staunten die Besucher über viele Details, die es auf dem Rummelplatz zu entdecken galt. Im Gegensatz zum Modell Coburger Vogelschießen waren hier erstmals die Karussells beleuchtet. Über 5000 LED und rund 3500 Figuren bevölkerten die Fahrgeschäfte.

Der Bastler hat schon ein neues Projekt für das Jahr 2022 ins Auge gefasst: Die Michaelis Kirchweih in Fürth. "Mit diesem Hobby kann ich nach meinem Beruf richtig abschalten", sagte Morgenroth. Allein für den Aufbau hat er gute acht Stunden benötigt. Dass Playmobil mehr als Spielzeug für Kinder ist, demonstrierte Christian Vollrath aus Untersiemau mit seinem farbenprächtigen Nachbau des Landschaft am Nil, dem antiken Rom und einem Tempel voller antiker Götter auf dem "Götterberg".

Vor fünf Jahren hatte Christian Vollrath zu Weihnachten eine Pyramide von Playmobil geschenkt bekommen und damit begann seine Leidenschaft für dieses "Spielzeug". Er wurde neugierig, was es so alles von Playmobil gibt und kam dadurch zum Geschichten erzählen. Egal ob zu Weihnachten oder Ostern baut der Untersiemauer entsprechende Modelle und erzählt im Kindergarten oder Ausstellungen biblische Geschichten. Seinen "Hingucker" auf den Modellbautagen hatte er in rund sieben Stunden aufgebaut. Zuhause hat er alles verpackt in Kartons auf dem Dachboden gelagert, erzählte Christian Vollrath.

Die Gartenbahnfreunden Grub am Forst brachten sächsisches Schmalspurfeeling mit nach Creidlitz. Die "Gartenbahner" zeigten auf der 10 x 3 Meter großen Anlage die wiederaufgebaute Pressnitztalbahn. Originalgetreue Gebäude wie der Wasserturm von Steinbach waren ebenso zu bestaunen wie aufgebockte Regelspurwagen und streckentypische sächsische VIK-Dampflokomotiven mit passenden Personenwagen.

Rennwagen steuern

Um Geschicklichkeit ging es beim RC-Car-Rennen. Spaß machte das Steuern der Rennwagen großen und kleinen Besuchern gleichermaßen. Modelle von Schiffen, Panzern und Militärfahrzeugen zogen die Blicke der Besucher auf sich. des