Vor 25 Jahren hat Bianca Kühn eine namenlose Tanzgruppe der Säraspo Frohnlach als Trainerin übernommen. Aus der Gruppe wurde zunächst eine Abteilung der Turnerschaft Coburg, bis 2012 der Verein Effect's gegründet wurde. Jetzt hat Kühn entschieden, ihre Ämter bei den Effect's, die sie mit "Herzblut und Leidenschaft" aufgebaut hat, zum neuen Jahr niederzulegen. Die Ü15-Schautanz-Gruppe trainiert die 50-Jährige noch bis zu der Gala "Effect's and more", die für Mai geplant ist. Im Interview spricht sie über ihre Zeit bei den Effect's und darüber, warum sie genau jetzt aufhört.

Wie sind Sie zu ihrem Hobby, dem Sie fast ihr ganzes Leben nachgehen, gekommen?

Bianca Kühn: Mit sechs Jahren habe ich mit dem Tanzen und Turnen angefangen.Ich habe damals auch viele andere Sportarten, wie Schwimmen, Tennis, Judo und Surfen ausprobiert - aber nur das Tanzen ist übrig geblieben. Mich zu Musik zu bewegen, war schon immer mein Ding. Es hat mir viel Spaß bereitet, kreativ zu sein und mir neue Choreografien auszudenken.

Als ich zwischen 25 und 35 Jahren alt war, habe ich außerdem Aerobic-Kurse und Workshops für andere Vereine gegeben.

Sie waren nicht "nur" als Trainerin aktiv, sondern hatten unter anderem auch die Position als Vorstand Sport inne. Was gehörte alles zu Ihren Aufgaben?

Vor 25 Jahren habe ich die Effect's gegründet. Außerdem war ich die ganze Zeit Cheftrainerin und Vorstand Sport. Als Vorstand Sport kümmert man sich darum, dass 200 Sportler und 23 Trainer glücklich und zufrieden sind und übernimmt viele organisatorische Aufgaben. Man ist der Ansprechpartner für alle. Zum Beispiel kümmere ich mich um die Betreuer und die Organisation der Requisiten und darum, dass im Tanzzentrum die richtige Musik da ist. Oder um die Bus- und Übernachtungspläne bei Turnierfahrten.

Als Cheftrainerin schaut man, was die Trainer so machen, gibt ihnen Tipps, wie sie das Training noch besser gestalten können und fördert sie im fachlichen Bereich. Ich habe irgendwann jede Gruppe mal trainiert. Seit dem letzten Jahr habe ich auch die Solisten abgegeben und trainiere nur noch die Ü15-Schautanz-Gruppe.

An welche Ereignisse der letzten 25 Jahre denken Sie besonders gerne zurück?

In der Zeit ist sehr viel passiert, alles runter zu brechen ist sehr schwer. Ich sehe es als meine Lebensaufgabe an, Menschen zu begeistern und zu bewegen - das hat mich in meiner Zeit bei den Effect's sehr erfüllt. Man kann den Kindern durch Sport so viel mitgeben, auch was das Miteinander anbelangt. Ein Highlight für mich war die Fränkische Meisterschaft, die wir 2016 in der HUK-Arena ausgerichtet haben. Von da an hatte ich den Traum, eine Gala in der Arena zu veranstalten. Jedes Jahr im Mai hatten wir unser Event "Effect's for you" im Kongresshaus veranstaltet. Alle Gruppen kamen hier zusammen und konnten gegenseitig ihre Tänze anschauen. Die Veranstaltung ist immer größer geworden - am Ende haben sich alle fast um die Karten geprügelt. 2019 sind wir schließlich den Schritt gegangen und die Gala fand erstmals unter dem Namen "Effect's and more" zum ersten Mal in der HUK-Arena statt. In diesem Jahr musste die Veranstaltung leider durch Corona bedingt ausfallen.

25 Jahre sind eine lange Zeit - wieso haben Sie gerade jetzt beschlossen, aufzuhören?

Man sagt immer aus persönlichen Gründen - aber das stimmt einfach nicht. Es ist einfach an der Zeit. Meine Trainerin damals war bestimmt 60 Jahre alt und ich habe mir immer vorgenommen, dass ich nicht aus der Halle gekegelt werden möchte. Ich bin gerade 50 Jahre alt und könnte noch etwas machen. Weniger zu machen, funktioniert aber in der Regel nicht, man muss die Tür ganz zu machen. Es ist Zeit für neuen Wind, dass andere in die Bredouille preschen und sich mehr einbringen.

Ich habe ein dreiviertel Jahr über meine Entscheidung nachgedacht. Erst als ich öffentlich von meinem Entschluss gesprochen habe, wurde mir bewusst, was ich in den letzten 25 Jahren gemacht habe und wie ich gesehen werde. Die Trainerin eines befreundeten Vereins hat geschrieben, dass eine Ära zu Ende geht. Das Baby ist jetzt 25 Jahre alt und muss alleine laufen können.

Die Fragen stellte Cindy Dötschel.