Während einer Begehung der "Globe"-Baustelle ist es am 26. Oktober zu einem Eklat gekommen. Die drei ausführenden Architekten Marcel Ebert, Harald Eichhorn und Thomas Eck wollten bei dem vom Coburger Bauamt organisierten Termin eigentlich Mitarbeitern des Staatlichen Bauamts Bamberg Rede und Antwort zu dem ehrgeizigen Projekt stehen - doch dann wurde ihnen von Coburgs hauptamtlicher Baustadträtin Mechthild Neumann zu verstehen gegeben, dass sie unerwünscht seien und den Termin umgehend zu verlassen haben. So zumindest schildern es die drei Architekten in einem Beschwerdebrief, den sie am 27. Oktober an Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) schickten. Sauerteig hatte bis diesen Montag Urlaub, doch gleich am Dienstag bat er Mechthild Neumann zu einem Gespräch. Schließlich galt es einiges aufzuarbeiten.

"Vertrauensbruch"

In dem Beschwerdebrief, der unserer Redaktion vorliegt, bezeichnen die Architekten das Vorgehen und die auf der Baustelle getätigten Äußerungen von Mechthild Neumann als "despektierlich" und "unglaublich herablassend". Zudem seien sie vor Fachkollegen und möglichen Bauherren grundlos "diskreditiert" worden. Wörtlich heißt es in dem von Marcel Ebert und Harald Eichhorn unterzeichneten Brief: "Die Art und Weise und die Grundlosigkeit ist für uns in keiner Weise nachvollziehbar, absolut inakzeptabel und stellt für uns einen derartigen Vertrauensbruch dar, dass wir uns nicht vorstellen können, mit Frau Neumann weiterzuarbeiten."

Entschuldigung gefordert

In dem Beschwerdebrief wird von Mechthild Neumann eine Entschuldigung verlangt und zudem der OB um ein "klärendes Gespräch" gebeten.

Die drei Architekten ärgern sich auch deshalb so sehr über den Vorfall, weil sie befürchten, dass damit das bisherige professionelle Miteinander rund ums Globe untergraben wird. "Dieses Projekt geht nur im Team, und dafür stehen wir", heißt es in dem Brief. Ebenso betonen die Architekten das besondere Engagement, das sie mit dem Bau des "Globe" verbinden - ein Engagement, das "über eine normale Beauftragung eines Dienstleisters hinausgeht". Im Gegenzug verlange dies aber Respekt, Anerkennung und gegenseitiges Vertrauen. "All das vermissen wir an der berufsmäßigen Stadträtin der Stadt Coburg", fassen Marcel Ebert und Harald Eichhorn ihren Frust zusammen.

Seitens der Stadt war man am Mittwoch darum bemüht, den Vorfall vom 26. Oktober nicht zu hoch zu hängen. In einer Stellungnahme von Pressesprecher Louay Yassin war lediglich von "möglichen Unstimmigkeiten bei einer Besichtigung der ,Globe‘-Baustelle" die Rede. Statt von einem "Personalgespräch", wie es die Spatzen vom Rathausdach pfiffen, sprach Yassin auch lieber von einem "klärenden Gespräch", das der OB mit Mechthild Neumann geführt habe.

Für einen respektvollen Umgang

Und was hat das "klärende Gespräch" gebracht? "Im Kern ist es offenbar zu einem internen Missverständnis im Referat für Bauen und Umwelt gekommen", erklärt Louay Yasin. Mechthild Neumann bedauere "dadurch entstandene Irritationen". Gleichzeitig stellte Yassin aber auch grundsätzlich klar, dass es dem Oberbürgermeister "sehr wichtig" sei, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung "freundlich und respektvoll" sowohl mit allen Bürgerinnen und Bürgern als auch mit allen Partnerinnen und Partner umgehen.

Impressionen von der "Globe"-Baustelle gibt's hier

Unterdessen habe der Oberbürgermeister bereits persönlich Kontakt zu Marcel Ebert und Harald Eichhorn aufgenommen und versichert, "welch hohe Wertschätzung die Stadt Coburg allen Beteiligten des Architekturbüros Eichhorn für die Planungsarbeiten an der Großbaustelle Globe entgegenbringt."

Die Stadt Coburg teilte zudem mit, dass sich Mechthild Neumann zu dem Vorfall nicht weiter äußern wird.