Es muss ein Schock gewesen sein für die 27-jährige Ford Fahrerin. Als sie am Samstagabend um kurz nach 21 Uhr in Spittelstein auf der Staatsstraße 2206 Richtung Rödental unterwegs war, wurde sie aus dem Nichts von einem Gegenstand an der Windschutzscheibe ihres Wagens getroffen. Zum Glück blieb sie ruhig und konnte noch rechtzeitig reagieren, sodass sie ihr Auto sicher zum Stehen bringen konnte.Das etwa 120 mal 80 Zentimeter große Metallstück löste sich während der Fahrt von einem Kleintransporter auf der gegenüberliegenden Fahrbahn, genau in dem Moment als die beiden Wagen aneinander vorbei fuhren. Der Unfallverursacher blieb aber nicht etwa stehen, sondern fuhr weiter in Richtung Kronach.

Die Polizei Neustadt geht zunächst davon aus, dass der Fahrer des Kleintransporters einen solch großen Verlust an seinem Wagen bemerkt haben müsste, berichtete der Sprecher Tobias Geißer. Daher sei der Fall als "unerlaubtes Entfernen vom Unfallort" erfasst. Ob sich der Vorwurf bewahrheitet, stehe aber noch aus. Sollte der Unfallverursacher tatsächlich nichts bemerkt haben, werde ein solches Verfahren in der Regel eingestellt und als "ganz normaler Unfall behandelt", sagte Geißer.


Unfallflucht ist nicht selten

Stellt sich aber das Gegenteil heraus, so könne im Extremfall eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren verhängt werden. Im Normalfall werde aber eher die Ordnungswidrigkeit verfolgt und eine Geldbuße verhängt, erklärte Geißer, "ganz sicher kann man das aber nie sagen." Eine Unfallflucht komme "leider häufiger vor als man denkt", sagte der Sprecher. Oft merke der Verursacher, vor allem bei kleinen Schäden, nichts. Manchmal entferne sich der Schuldige aber auch bewusst.

Inzwischen hat sich die Betroffene über das soziale Netzwerk Facebook bei der Redaktion gemeldet und ließ uns Bilder vom Unfall zukommen. Darunter auch das Metallstück, das den Schaden verursachte, in der Hoffnung, dass sich der Fahrer des Kleintransporters meldet: "Es wäre auch wirklich nur fair und ehrlich, wenn sich der Unfallverursacher meldet. Wird doch eh alles über die Versicherung abgewickelt", schrieb sie auf unserer Facebook-Seite.

Dem pflichtete auch Thomas von Mallinckrodt von der HUK Coburg bei. Für die Windschutzscheibe komme die Teilkasko-Versicherung der Geschädigten zum Tragen: "Das passiert häufig genug, dass wegen irgendetwas die Windschutzscheibe kaputt ist." Streng genommen müsse natürlich der Haftpflichtversicherer des Kleintransporters haften, denn "erstmal muss er seine Ladung sichern und zweitens kann er nicht einfach davon fahren", erklärte von Mallinckrodt. "Glücklicherweise haben wir ja keinen Personenschaden", fuhr er fort. In diesem Fall würde aber die Verkehrsopferhilfe eintreten. Diese hilft Verkehrsopfern bei Unfällen in Deutschland unter anderem bei Fällen von Fahrerflucht oder eines nicht versicherten Unfallverursachers. Näheres dazu finden Sie auf der Webseite www.verkehrsopferhilfe.de.

Hinweise zum Unfallhergang können an die Polizei Neustadt gerichtet werden (Tel. 09568/94310).