Die Brücke über die Lauter in der Rodacher Straße ist für den flüchtigen Beobachter kaum als solche zu erkennen. Nur die Geländer beiderseits geben Hinweis darauf, dass unter der Asphaltdecke das Flüsslein fließt. Drei alte Sandsteingewölbe überspannen rund sieben Meter, "aber die Gewölbe haben schwere Schäden", sagte Gerhard Knoch am Mittwoch in der Sitzung des Bau- und Umweltsenats. Nach den Worten des Leiters des Coburger Entsorgungs- und Baubetriebs (CEB) "sind schon Teile des Gewölbes herausgebrochen".

Da es Pläne des Wasserwirtschaftsamtes gibt, entlang der Lauter auch an diesem Abschnitt in den kommenden Jahren den Hochwasserschutz voranzutreiben, soll die Brücke jetzt nicht nur in ihren aktuellen Dimensionen erneuert werden, sondern einen größeren Querschnitt und ein sogenanntes Überfallwehr erhalten. Dieses Wehr unter der Brücke teilt bei Hochwasser die Wassermenge und leitet das Wasser ins Flussbett der Lauter sowie in einen Graben.


Bürgermeisterin Birgit Weber warnt vor einem Schildbürgerstreich

"Sonst könnte es uns passieren, in vielleicht zehn Jahren eine dann erst wenige Jahre alte Brücke wieder abzureißen und neu zu bauen", warnte Bürgermeisterin Birgit Weber vor einem "Schildbürgerstreich". Zumal das Wasserwirtschaftsamt eine Kostenbeteiligung nicht mehr ablehnt.

Gesichert ist die Kostenaufteilung bei der Bauplanung. Das Wasserwirtschaftsamt, und somit der Freistaat Bayern, ist für die Lauter als Gewässer II. Ordnung zuständig und wird 65 Prozent der Mehrkosten bei der Planung übernehmen, eine gleiche Aufteilung ist bei den Bauarbeiten in Aussicht. Würde die bestehende Brücke in gleicher Größe ersetzt, bedeutet dies einen Aufwand von einer Dreiviertelmillion Euro, das größere Bauwerk nach den Maßgaben des Hochwasserschutzes wird etwa eine Million Euro kosten.

Der Finanzsenat des Stadtrates wird in seiner Sitzung heute über den Vertrag mit dem Freistaat zur Kostenbeteiligung beschließen.