Die Pandemie brachte wie überall auch für das Heimatmuseum im Reichenbach-Haus erhebliche Einschränkungen. Das gilt auch für den Förderverein Heimatpflege, der sich zwischenzeitlich weit über den ursprünglichen Zweck eines "Reichenbach-Haus-Erhaltungsvereins" hinaus entwickelt hat. Derzeit gibt es 126 Mitglieder, die den treuen Stamm bilden und eine starke Bindung zum Verein und dessen Zielen haben.

Seit fast zwei Jahren also keine Lesungen oder geselligen Veranstaltungen. "Wir müssen lernen, mit der Situation umzugehen", sagt der Vereinsvorsitzende Dieter Pillmann. Es gelte, die richtigen Schlüsse zu ziehen und sich den Gegebenheiten anzupassen. "Ich meine, dies ist uns ein ganzes Stück weit ganz gut gelungen", findet er.

Heimatmuseum ist derzeit geschlossen

Mit einem entsprechenden Hygienekonzept konnten über die Sommermonate wenigstens einige Museumssonntage gerettet werden, wenngleich sich die Nachfrage aus nachvollziehbaren Gründen in Grenzen hielt. Weil das Heimatmuseum weiter geschlossen ist, gibt es derzeit auch keine Veranstaltungen in der "guten Stube" des Hauses. Trotz der Pandemie war der Förderverein nicht untätig. Unter anderem wurde mit dem Heft 9 der "Grüber Heimatblätter" 2020 das umfangreichste Heft der Schriftenreihe herausgegeben. Zum Preis von 10 Euro ist die aktuelle Ausgabe im Rathaus Grub, der Schreinerei Brehm oder bei Dieter Pillmann (09560/1571; mail: dieter.pillmann@t-online.de) erhältlich.

Während der veranstaltungsarmen Zeit hatten die Mitglieder viele Ideen. So wurde ein öffentlicher Bücherschrank gegenüber dem Reichenbach-Hauses aufgestellt. Marina Rädlein kümmert sich darum. Ein Depot wurde gefunden und angemietet. Es ist ein Garagengebäude mit circa 36 Quadratmetern Grundfläche in unmittelbarer Nähe des ersten Depots. Um alle Archivalien übersichtlich, sauber und trocken verwahren zu können und ausreichend Platz zu haben, wurde ein Regalsystem aus einer Lagerauflösung erworben. Heuer soll die Umverteilung der Sammlungsstücke erfolgen.

Ganz viel geschieht in Eigenleistung

Auch am Haus, das 1801 als sogenanntes Tropfhaus errichtet und vom Förderverein 1998 erworben wurde, gibt es immer etwas zu tun. Als im Frühjahr 2021 die Heizung nicht mehr lief, spendierte eine Heizungsbaufirma aus der Nachbargemeinde eine neue Gastherme. Den Einbau übernahm Vereinsmitglied und Heizungsinstallationsmeister Robert Rädlein in Eigenleistung. Er ist einer der guten "Hausgeister", die sich engagiert um die Liegenschaft kümmern. Wenn es um den kleinen und manchmal auch größeren Bauunterhalt geht, ist Klaus Köhler zur Stelle. Hanne Wickel sorgt für Sauberkeit, macht Besorgungen, stellt Blumen auf oder dekoriert in den Fenstern. Generell haben viele Mitglieder ein Auge auf das Haus und fühlen sich mitverantwortlich.

Um das sogenannte Brauhaus kümmern sich die Mitglieder auch noch

Die Mitglieder haben in der Corona-Zeit genug zu tun, sie kümmern sich ehrenamtlich noch um eine zweite Liegenschaft, das sogenannte Brauhaus, das sich im Haus im Brunngraben befindet. Die Bewirtschaftungskosten für die beiden Häuser belaufen sich auf 2000 bis 2500 Euro im Jahr und machen den größten Teil des Jahresbudgets aus, ohne Berücksichtigung von Projekten. Bislang kann die Finanzierung über Mitgliedsbeiträge und Spenden sichergestellt werden.

Wenn es wieder geht, geht es schnell

Da ein Ende der coronabedingten Einschränkungen schwer abzusehen ist, wurden die Planungen für dieses Jahr entsprechend ausgerichtet. Ohne großen Vorlauf ist es möglich, das Museum wieder zu öffnen, Leseabende abzuhalten sowie Erprobtes und Bewährtes rasch anzubieten.

Heuer steht für den Verein das 25. Jubiläum an. Einen Festkommers im herkömmlichen Sinn wird es nicht geben. Wie es viele vom Verein gewohnt sind, wird punktuell auf andere Art und Weise auf die Gründung am 27. November 1997 aufmerksam gemacht.