Auch wenn der Haushalt 2016 mit knapp sechs Millionen Euro bei der Gemeinderatssitzung einstimmig beschlossen wurde, kamen doch vor dessen Genehmigung kritische Stimmen auf.

CSU-Gemeinderat Helfried Schreiner mahnte die Bildung von Rücklagen an, um die künftigen "größeren Brocken", wie er meinte, in den kommenden Jahren bewältigen zu können. Den barrierefreien Zugang zum Rathaus, dessen Kosten er mit 500.000 Euro bezifferte und für den bereits 2016 15.000 Euro Planungskosten vorgesehen sind, führte Schreiner als Beispiel an. Bürgermeister Jürgen Wittmann (GfG) konterte allerdings: "Muss nicht unbedingt in dieser Höhe verwirklicht werden, und es gibt 90 Prozent Förderung."

Für Gemeinderat André Dehler von den Freien Wählern ist es erforderlich, künftig die freiwilligen Leistungen näher zu beleuchten. Gemeinderat Stefan Rose (Freie Wähler) bemängelte, dass der Haushaltsplan so spät aufgestellt worden sei, und forderte, Baugebiete voranzutreiben, um dem Einwohnerrückgang entgegenzuwirken. Allerdings bezeichnete Rose den Rückgang der Verschuldung als positiv. Leerstände im Ort sollten besser vermarktet werden, forderte Günter Peinelt (SPD), der gleichzeitig auch ein Konzept für die Straßensanierungen anmahnte. Gemeinderat Peter Pillmann (GfG) hingegen zeigte sich mit der konstruktiven Beratung im Vorfeld zufrieden.


Einige größere Investitionen

Das Zahlenwerk, vorgetragen von Kämmerer Michael Heß, der künftig auch als Geschäftsleiter fungiert, ließ erkennen, dass einige größere Investitionen vorgesehen sind. So soll unter anderem die Schule mit 500.000 Euro saniert werden, der Spielplatz am Schützenhaus mit 65.000 Euro errichtet werden und für Straßensanierungen 100.000 Euro ausgegeben werden. Weiter stehen auf dem Plan Kanalsanierungen für 50.000 Euro, die Erweiterung der Straßenbeleuchtung mit 40.000 Euro, die Breitbandförderung mit 40.000 Euro und die Anfangsfinanzierung eines neuen Bauhofes mit 50.000 Euro.


Geld aus verschiedenen Töpfen

Die Finanzierung der Investitionen erfolgt ohne Kreditaufnahmen, jedoch mit der stattlichen Zuführung aus dem Verwaltungshalt in Höhe von 752.000 Euro, einer Rücklagenentnahme von 65 000 Euro und Zuschüssen von 453.000 Euro. Der Schuldenstand beträgt 2,477 Millionen Euro, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 863 Euro entspricht (vergleichbare bayerische Gemeinden: 667 Euro).

Im Verwaltungshaushalt schlagen bei den Ausgaben die Schulumlagen mit 291.000 Euro, die Personalkostenzuschüsse Kindergarten mit 580.000 Euro, die Kreisumlage mit einer Million Euro, die VG-Umlage mit 510.000 Euro und die Personalkosten mit 510.000 Euro zu Buche. Dem stehen als Einnahmen 600.000 Euro Gewerbesteuer und runde 2,4 Millionen staatliche Steuerzuweisungen gegenüber. Die Grundsteuern erbringen 338.000 Euro, die Kanalgebühren 476.000 Euro und Konzessionsabgaben 84.000 Euro. Fazit des Kämmerers: "Es wurde alles getan, die Einnahmesituation zu verbessern. Künftig wird es nicht ausbleiben, Vergünstigung zu kürzen oder zu streichen und die ein oder andere Gebühr zu erhöhen oder einzuführen."

Gemeinderat Grub am Forst kurz & bündig
Enttäuschung
Der Frust über das Ergebnis eines Gespräches der Landkreisbürgermeister mit der Bundesnetzagentur in Berlin war Bürgermeister Jürgen Wittmann anzumerken. Er erzählte, die Bundesnetzagentur stelle sich auf den Standpunkt, dass der Netzentwicklungsplan weder "auf ihrem Mist gewachsen" sei, noch der Tennet zuzuschreiben sei. Allein die Politik sei verantwortlich für den Stromleitungsbau durch das Coburger Land. "Dagegen werde man mit aller Macht angehen", sagte Wittmann.

Straßenverkehr
Die Geschwindigkeitsmessungen in der Coburger Straße im Bereich der neuen Hüpfinsel hätten keine einzige Beanstandung ergeben, ließ der Bürgermeister wissen. Die Verkehrsunfallentwicklung bereite allerdings Sorge. Dem Bericht der Polizeiinspektion Coburg war zu entnehmen, dass 2015 auf der B 303 19 Unfälle, zwei mehr als im Vorjahr zu verzeichnen waren. Bedauert wurde, dass die Einrichtung einer Fernbushaltestelle in der Gemeinde nicht zustandekommt.
Aufgrund parkender Autos kommt es in Buscheller im Kreuzungsbereich immer wieder zu Beeinträchtigungen. Dem Vorschlag der Verwaltung, in diesem Bereich ein absolutes Halteverbot zu erlassen, wurde noch nicht entsprochen. Es soll die Verkehrsschau abgewartet werden.